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BMW-Fans lieferten große Show in Himmelkron


Autor: Sonja Adam

Himmelkron, Sonntag, 08. Juli 2018

BMW- und Mini-Fans trafen sich am Wochenende in Himmelkron. Manche Fahrzeuge wurden im Laufe ihres Lebens zu Kunstwerken umgestaltet.
Das "Purple Beast" gehört Anna Leier (29). Die gebürtige Russin sagt über die Farbe Matt-Metallic: "Lila hab ich den BMW lackieren lasen, weil ich eine Frau bin und die Farbe einfach fahren kann." Unter der Motorhaube stecken 262 PS.Sonny Adam


Ella ist noch nicht einmal ein Jahr alt, doch schon ein echter Fan. Sie hat von Papa Maximilian Berner als erstes Fortbewegungsmittel einen schwarzen BMW geschenkt bekommen - als Bobbycar. Die drei Buchstaben kennt sie schon.

Ihr Vater hat drei schwarze BMW, die er beim 20. Internationalen BMW- und Mini-Treffen in Himmelkron präsentierte. "Wir leben in Bayern - ohne BMW geht es doch nicht. BMW gehört dazu, absolut, es ist meine absolute Lieblingsmarke", sagt der 26-Jährige. Natürlich will er diese Überzeugung auch weitergeben.

Fast 500 BMW- und Mini-Besitzer aus ganz Deutschland kamen zu dem Treffen auf dem Gelände des Fichtelgebirgshofs. "Die BMW-Fans kommen ganz spontan, das Wetter passt. Man fährt hierher, trifft sich mit Freunden, hat Spaß", sagt Laura Heyring vom Organisationsteam. Einige reisten sogar aus Österreich, Tschechien oder aus der Schweiz an, um ihre Schätzchen zu zeigen und um mit anderen Fans der bayerischen Automarke zu fachsimpeln.

"Hat der einen geilen Arsch", schwärmten die Fans und umringten Luca Rausch. Die Fotoapparate klickten. Der Lichtenfelser wertete diese etwas deftige Bezeichnung keineswegs als sexistisch, sondern als Kompliment für sein neues Auto. Er hat seinen 370 PS-starken M2 verbreitert. "Ich bin Mechatroniker, mein Vater hat eine eigene Werkstatt", erzählt er. "Das Auto macht einfach Spaß. Ich bin schon mal 250 gefahren - nachts auf der Autobahn", schwärmt er. Das Fahrwerk lässt sich tiefer legen, so weit, dass es nahezu keinen Spielraum zwischen Boden und Auto gibt. "Aber so tief fahre ich nicht, da mache ich mir nur meine Carbonanbauteile kaputt", erklärt Rausch.

Für Werner Schreck ist sein Auto ein Kunstwerk. Der 68-Jährige nennt einen BMW E 36 aus dem Baujahr 1993 sein eigen. Das Auto wurde zum E 39 umgebaut und war ursprünglich grau. Werner Schreck hat das Gefährt mit den auffallenden Flügeltüren aber in Safrangelb, einen auffälligen Goldton, umlackieren lassen - eine Farbe, die es bei BMW nie serienmäßig gab. Das Auto wurde dann noch mit blauen Streifen verziert.

Der Clou aber sind Skulls in allen Größen und Formen. Sogar unter der Motorhaube grinst ein Totenkopf hervor, der mit Airbrush-Technik in den Lack eingearbeitet wurde. Auf dem Armaturenbrett prangt ein dreidimensionaler Totenkopf. "Das Auto hat 200 000 Kilometer drauf. Es ist ein reines Szenefahrzeug", erzählt Schreck. Er hat die hintere Sitzbank entfernt, so dass genug Platz für ein Mega-Lautsprechersystem frei wurde. Im Kofferraum gibt es einen Monitor. "Wir schauen dann auf den Treffen DVDs", sagt Schreck, der seine Freundin bei einer solchen Veranstaltung kennengelernt hat.

Die wohl Autoverrückteste, die in Himmelkron anzutreffen war, ist Anna Leier. Die 29-Jährige stammt aus Russland. "Dort hatte ich einen Wolga 3110 - das war auch schon die Liebe meines Lebens", erzählt Leier. Doch dann zog sie nach Deutschland, heiratete - und entdeckte ihre Begeisterung für die bayerische Marke. Die geht so weit, dass sich Anna sogar ein BMW-Tattoo auf ihren Fuß stechen ließ. Ihr Auto ist mattlila-metallic "Weil ich eine Frau bin und einfach so eine Farbe fahren kann", lautet ihre nachvollziehbare Begründung. Bei ihrem BMW wurde der Motor getauscht. Statt 204 PS schlummern jetzt 262 PS unter der Haube. Sogar die Gurte sind violett. Und noch eine Eigenheit hat ihr "Purple Beast". Auf dem Beifahrersitz sitzt immer ein Minion - in Lila, versteht sich. "Das ist ganz prima, der redet mir nicht rein."

Über Dieselfahrverbote und Benzinsparmaßnahmen will die Russin nicht reden. "Ich bleibe bei Diesel. Meiner verbraucht sechs Liter, das geht schon", sagt sie und hofft, dass Fahrverbote nicht so schnell kommen.

Auch Oldtimer waren zu bewundern. Marcel Dübler (34) aus dem Vogtland brachte seinen E 9 Baujahr 1974 mit, den er in 1600 Stunden restauriert und in Froschgrün lackiert hat. Eine Farbe, die es damals so gab und voll im Trend lag. In Deutschland sind nur noch 180 solcher Coupés zugelassen. "In dem Zustand wie meiner gibt es vielleicht fünf", sagt Dübler stolz, der den Wert des Wagens im sechsstelligen Bereich ansiedelt.
eim BWM-Treffen war vor allem der Dezibelmesstest die Show. Die Autos brachten es auf fast 130 Dezibel, das ist lauter als eine Kettensäge, als ein Presslufthammer oder Gewitterdonner. 130 Dezibel entsprechen ziemlich genau dem Geräusch, das ein Düsenjäger von sich gibt. Schon eine Steigerung um zehn Dezibel wird als "Verdoppelung" der Lautstärke empfunden. "Noch 0,4" feuern die Messer den Fahrer des Mini "Black Beast" an. Der gibt im Stand noch einmal Gas. "Jetzt noch 0,3", melden die Prüfer. Doch das lauteste Auto wird der Kleine nicht mehr, die BMW bringen einfach mehr. Der Lauteste bekommt übrigens einen der rund 100 Pokal e, die bei dem Treffen vergeben wurden.