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Bekommt Neudrossenfeld ein visionäres Baugebiet?


Autor: Sonja Adam

Neudrossenfeld, Dienstag, 17. Juli 2018

Am Weinberg in Neudrossenfeld könnte eine kleines visionäres Baugebiet entstehen. In der Gemeinderatssitzung sorgten die Planungen für Diskussionen.


Ob es jetzt junge Computer-Nerds sind, stets gestresste Business-Menschen, ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind oder Menschen, die ganz bewusst auf ein Auto verzichten wollen - das Konzept für das "Wohndorf 21", das in Neudrossenfeld derzeit entwickelt wird, könnte visionär für den gesamten Landkreis sein. Denn das "Wohndorf 21" soll ein kleines, feines Baugebiet sein. Kernstück ist eine zentrale Versorgungseinrichtung. In dieser könnten dann - auch außerhalb der sonst üblichen Geschäftszeiten - Einkäufe deponiert werden.
Verwaltungsleiter Rainer Schimpf stellt sich das Konzept so vor, dass in dieser zentralen Versorgungseinheit die Waren deponiert und jederzeit abgeholt werden können. "Das ist doch eine grandiose Idee. Ob sie angenommen wird, wird man sehen", pflichtete Bürgermeister Harald Hübner (CSU) bei. Fest steht, die Erschließung des Baugebietes, auf dem ebenerdige, kleine Häuser mit kleinen Grundstücken entstehen sollen, ist nicht ganz billig. Mindestens 450 000 Euro sind momentan veranschlagt. "Wir müssen sicher noch 100 000 Euro einsparen. Aber was dann gebaut wird, entscheidet der Investor", erklärt Schimpf.
In der Sitzung sollten die Räte nicht über Details abstimmen, sondern lediglich um die Änderung des Bebauungsplanes. Damit würde dann der Weg für Detailplanungen frei gemacht. Wichtig war dem Verwaltungsleiter aus Neudrossenfeld, dass so wenig Fläche wie möglich versiegelt werden solle. Deshalb sei auch nur ein Carport geplant. Silvia Eichner (CSU) bemängelte, dass vor den Carports nur ein halber Stellplatz eingeplant sei. Doch auf der Straße dürfe keiner parken oder halten. Denn die ist nur drei Meter breit, erklärte Schimpf.
Peter Rösch (FW) war auch der Meinung, dass es ein Problem werden könnte, wenn nicht ausreichend Stellplatz vorgeschrieben werden würde. "Aber unser Ziel ist es doch, Niederschlagswasser auf den Grundstücken zurückzuhalten. Es soll so wenig Fläche wie möglich versiegelt werden. Wir können doch den Leuten nicht vorschreiben, wie viele Stellplätze sie anlegen müssen", monierte Schimpf. Zudem könnten Besucher jederzeit auf dem Schlossparkplatz parken. "Aber der Planentwurf bedeutet doch nicht, dass jemand - wenn er dies braucht - nicht einen zweiten Stellplatz bauen dürfte", wandte Bürgermeister Harald Hübner (CSU) ein. "Das ganze Scheiß-Autozeug will doch heute keiner mehr haben", verteidigte Schimpf lautstark seine Idee.
Schließlich uferte die Diskussion aus. Zwei Gemeinderäte verweigerten ihre Zustimmung, weil sie Probleme vorhersehen. "Wenn dort ältere Leute wohnen, dann kommt vielleicht ein Pflegedienst - die brauchen doch Stellplätze", sagte Peter Rösch (FW). Letztlich billigte die Mehrheit der Räte dann aber dennoch den vorgelegten Plan. Nach aktuellem Stand steht noch wenig fest. Auch, ob die zentrale Versorgungseinheit gebaut wird, ist noch unklar. Denn letztlich müssen die zukünftigen Häuslebewohner diese mitfinanzieren. Jetzt geht es erst einmal darum, Interessierte zu finden und die Planungen zu konkretisieren. Ein Investor kümmert sich dann um die Erschließung.
Harmonisch dagegen ging es bei der Genehmigung mehrerer Bauanträge zu. So segneten die Neudrossenfelder Räte einhellig den Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinenhalle und die Bauvoranfrage für ein Einfamilienhaus mit Doppelanlage in Waldau ab. Außerdem genehmigten sie die Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in Hornungsreuth. Auch gegen die Errichtung einer Zeltlagerhalle in der Sandgrube in Pechgraben hatten die Gemeinderäte nichts einzuwenden - ebenso wenig wie gegen eine Dacherneuerung in Buch am Sand.