Begeistert von altem Blech und Franken
Autor: Adriane Lochner
Wonsees, Sonntag, 27. März 2022
Wir porträtieren Menschen, die in die Region gezogen sind. Stefan Wanzek wohnt nun in Wonsees. Sein Herz schlägt für Oldtimer.
Die Pandemie brachte für viele Menschen große Veränderungen, manchmal auch positive. Stefan Wanzek beispielsweise fand seinen Traumjob hier in der Region, brach in seiner sächsischen Heimat alle Zelte ab und begann einen völlig neuen Lebensabschnitt - eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut.
Auf der Hebebühne steht ein dunkelgrüner Ford Mustang GTA aus dem Jahr 1967. Das amerikanische "Muscle-Car" glänzt, als wäre es gerade erst vom Band gelaufen. Karosseriebauer Stefan Wanzek beugt sich über die offene Motorhaube und inspiziert das Innenleben. Er ist mit dem Ergebnis zufrieden. Monatelang haben er und seine Kollegen an dem Fahrzeug gearbeitet und den Wert für den Eigentümer mehr als verdoppelt. Die Oldtimer-Werkstatt Exmotors in Altenkunstadt (vorher Thurnau) ist spezialisiert darauf, alte Autos wieder salonfähig zu machen. "Oldtimer haben Charakter. Jedes Auto ist eine Herausforderung", erklärt der 36-Jährige. Ein Faible für Fahrzeuge habe er schon immer gehabt. Begonnen hat das mit Mountainbikes und Downhill-Fahrrädern.
Bis er 18 Jahre alt war, besuchte er ein Internat in Schottland. Kurz vor dem Abschluss brach er die Schule ab, kehrte in die Heimat nach Sachsen zurück und nahm einen Ferienjob an bei einem Spielplatzbauer im Freizeitpark Kulturinsel Einsiedel. Sein Ziel war es, Geld anzusparen für ein neues Rad. Aus dem Ferienjob wurden elf Jahre.
Für seinen Arbeitgeber, der für kreative Spielplatzbauten international bekannt war, bereiste Stefan ganz Westeuropa - von Italien und England bis nach Portugal. Er holte seine Mittlere Reife nach und arbeitete sich zum Projektleiter hoch. Doch die Firma meldete Insolvenz an - und Stefan musste sich beruflich umorientieren.
Interesse an Autos gewachsen
Während dieser Zeit war sein Interesse an alten Autos gewachsen. In seiner Freizeit restaurierte er unter anderem einen 1989er Trabant 601, einen 1996er BMW E34 und ein 1993er Golf Cabrio.
Eine Ausbildung zum Karosseriebauer war naheliegend, brachte sie doch mehr Fähigkeiten für das Hobby. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete Stefan nach der Lehrzeit in einer herkömmlichen Werkstatt für Karosseriebau und Lackierung. Schon bald packte ihn wieder die Reiselust.