Um die drohende Auseinandersetzung zu seinen Gunsten zu entscheiden, holte der 40-Jährige, der inzwischen "einsitzt", einen Baseballschläger aus seinem Auto. Doch er hatte nicht mit der Geschicklichkeit seines 51-jährigen Kontrahenten gerechnet, der ihm sein Sportgerät abnahm. Doch der Gegner war ebenfalls kein Baseballprofi, auch sein Schlag ging daneben.
Die danach folgende Rauferei war strafrechtlich so wenig relevant, dass die einfache Körperverletzung gegen den Schläger eingestellt wurde. Übrig blieb eine versuchte gefährliche Körperverletzung, denn ein Baseballschläger ist nicht nur dazu geeignet, Bälle zu verdreschen.
Erstaunlich war das Vorstrafenregister des 51-Jährigen, der auf elf Einträge kam. Darunter Verkehrsdelikte aller Art, Diebstähle und Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz. Aber auch sein Kontrahent hat schon einschlägige Erfahrung mit Gerichten. Er wurde in Handschellen und Fußfesseln vorgeführt. Rauschgiftdelikte hatten ihn in den Knast gebracht.
Da Rechtsanwalt Ralph Pittroff für seinen Mandanten eine Erklärung verlas, in der die versuchte gefährliche Körperverletzung eingeräumt wurde, musste der Belastungszeuge in Knast kluft nicht vernommen werden.
Das Urteil entsprach dann voll dem Antrag von Staatsanwalt Michael Hoffmann. Richterin Sieglinde Tettmann verurteilte den Angeklagten zu 900 Euro Geldstrafe. Ein hoher Preis für einen missglückten "Hit" mit dem Baseballschläger, aber ein mildes Urteil für einen notorischen Straftäter.