Apfel-Zimt-Chips: In Kulmbach wird an neuen Geschmäckern getüftelt
Autor: Sonja Adam
Kulmbach, Sonntag, 10. Juni 2018
Ein Jahr lang arbeiteten Kulmbacher Fachschüler an ausgefallenen Rezepturen oder experimentierten mit neuen Kreationen.
Wenn Anja Fischer, Benedikt Krückel und Carolin Finzel irgendwo eine Tüte Kartoffelchips sehen, dann greifen sie natürlich zu. "Essen wir gerne, aber wir wollten nicht nur die normalen salzigen Chips", erklärt Anja Fischer. Also haben die drei Schüler der Staatlichen Fachschule für Lebensmitteltechnik im Auftrag der Firma Lorenz neue Geschmacksrichtungen getestet.
Im Rahmen der Fachmesse Lemitec 2018 präsentierten das Trio und die anderen Schüler ihre Forschungsergebnisse. Ihre Arbeit konnten bei bei einem Tag der offenen Tür in Augenschein genommen werden.
Schwierige Balsamico-Himbeer-Mischung
"Wir haben ein Jahr an neuen Geschmäckern gearbeitet. Das ist nicht so einfach, denn wir mussten die Mischungen und Rezepte ständig verfeinern", so die Chips-Experten. Besonders schwierig sei das Experiment mit der sauer-süßen Balsamico-Himbeer-Mischung gewesen.Für Freunde mediterraner Genüsse entwickelten die Schüler Chips, die nach Ricotta-Spinat schmeckten. Und die dritte Variante, die beim Tag der offenen Tür präsentiert wurde, waren Apfel-Zimt-Chips. "Manche mögen sie, manche sind überrascht, und manche winken ab", stellten die Schüler fest.
Die Forschungsaufgaben angehenden Lebensmitteltechniker waren äußerst vielfältig. Simon Bühler aus der Schweiz zeigte, wie Wurst maschinell geschnitten und abgepackt wird. "Die Wurst muss leicht angefroren sein, so lässt sie sich am besten schneiden", sagte er.
Andere Schüler entwickelten Wiener Würstchen ohne Hülle. "Sie haben eine Colagenhülle und sind sehr knackig", so Stefan Kräuter. Der Vorteil der Kunsthüllen sei, dass sich die Produktion besser standardisieren lässt.
Eine Salami ohne Hülle
Um die Wurst - um eine Salami ohne Hülle - ging es auch in der Gruppe von Tim Walther. Die Schüler experimentierten für die Firma Ponnath mit einem Alginat, das zusammen Kochsalz als Geliermittel wirkt. Das bedeutet: Die Salami wird fest, auch ohne Hülle.Eine wirklich praktische Idee präsentierte Jonas Woitzik. Er hat bei der Firma Ireks gearbeitet und dort erlebt, dass die großen 1,5-Tonnen-Container noch per Hand gereinigt werden müssen. Er hat jetzt ein System entwickelt, wie die Reinigung automatisiert werden kann. Und: "Man braucht nur noch die Hälfte der Zeit", so Wotizik. Andere Schüler kreierten ein fränkisches Guinessbier, ein "Fränkisches Stout", fanden Möglichkeiten, wie sich der Salzgehalt in Lebensmitteln reduzieren lässt oder wie Leberwurst ohne Kühlung haltbar gemacht wird.