Da soll noch einer die Welt verstehen. Jetzt fahren die Fußballer der Münchner Bayern, wie es sich in der Winterpause gehört, in den warmen Süden, schwitzen am Persischen Golf, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten - und werden angefeindet. Dabei machen die Starkicker einfach nur ihre hochbezahlte Arbeit. Sie rennen und treten gegen den Ball, was bei 20 Grad im Wüstenstaat Katar derzeit deutlich angenehmer ist als im Münchner Mistwetter. Dort würden sich die sensiblen Atmungsorgane der Profis höchstens noch einen Katarrh holen.

Aber was passiert? Der Rekordmeisters handelt sich jede Menge Kritik ein. Was FCB-Chef Karl-Heinz Rummenigge überhaupt nicht versteht. "Wir wissen, dass wir in ein Land fahren, in dem die Menschen teilweise [sic!] eine andere Kultur als in Deutschland pflegen. Aber ein Trainingslager ist keine politische Äußerung", meint der Bayern-Boss.

Wieso sollte sich der Kalle auch Gedanken machen? Nicht mal Franz Beckenbauer hat bei seinen Besuchen in Katar Arbeitssklaven gesehen. "Never ever", wie die Lichtgestalt zu sagen pflegt. Und Menschenrechtsverletzungen im Emirat? Der Verdacht, dass Katar die Terrororganisation Islamischer Staat mitfinanziert? Nix dran, "eine andere Kultur" halt. Schließlich hat selbst die Spitzenorganisation des sauberen Sports, die FIFA, kein Problem damit, 2022 ihre Fußballweltmeisterschaft im Wüstenstaat durchzuführen. Und wir werden alle zuschauen, oder?