Trotz weiterer 24 neuer Coronavirus-Fälle im Landkreis Kulmbach bleibt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz auch am fünften Tag in Folge mit nun 99,21 unter dem Wert von 100. Damit treten ab Freitag, 14. Mai, die Maßnahmen der Bundesnotbremse - gleichsam automatisch - außer Kraft. Die Gesamtzahl der aktuell mit Corona Infizierten lag am Dienstag bei 108. Von diesen Personen hatten sich 71 innerhalb der vergangenen sieben Tage angesteckt.

19 Infizierte liegen im Klinikum

Im Klinikum Kulmbach werden momentan 19 Covid-19-Patienten stationär betreut, davon sechs intensiv. 222 Landkreisbürger befinden sich in Quarantäne. 28161 Männer und Frauen sind bereits einmal gegen Corona geimpft, das entspricht einer Quote von 39,35 Prozent. 8889 Bürger (12,42 Prozent) haben schon ihre Zweitimpfung erhalten. In den Teststrecken der Kulmbacher Abstrichstelle wurden am Dienstag 197 weitere Testungen durchgeführt.

Das ändert sich

Aber welche Rechtsfolgen sind nun konkret in der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung an die Unterschreitung des Schwellenwerts 100 geknüpft. Hier ein Überblick.

Kontaktbeschränkungen

Es dürfen sich zwei Hausstände mit maximal fünf Personen sowie der dazugehörigen Kinder unter 14 Jahren treffen.

Nächtliche Ausgangssperre

Die nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr des Folgetages entfällt.

Einzelhandel

Im Einzelhandel gilt weiterhin "Click & Meet" mit Kontaktdatenerhebung. Ein negativer Test ist aber nicht mehr notwendig.

Dienstleistungen

Die Ausübung und Inanspruchnahme von Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist, ist mit Terminbuchung und Kontaktdatenerhebung zulässig. Es ist sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 m zwischen den Kunden eingehalten werden kann. Weiter muss sicher sein, dass die Zahl der gleichzeitig im Ladengeschäft anwesenden Kunden nicht höher ist als ein Kunde je zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter der Verkaufsfläche sowie zusätzlich ein Kunde je 20 Quadratmeter für den 800 Quadratmeter übersteigenden Teil der Verkaufsfläche. Für Kunden und Begleitpersonal besteht FFP2-Maskenpflicht, es sei denn die Art der Leistung lässt das nicht zu. Das Personal muss eine medizinische Gesichtsmaske im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen tragen. Ein negativer Test ist (nicht) mehr notwendig.

Schulen

Es findet Präsenzunterricht an allen Schulen statt, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 Meter durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann, andernfalls Wechselunterricht.

Tagesbetreuungsangebote für Kinder, Jugendliche und junge Volljährige

Die Betreuungsangebote können öffnen, wenn die Betreuung in festen Gruppen erfolgt (eingeschränkter Regelbetrieb).

Außerschulische Bildung, Musikschulen, Fahrschulen

Angebote der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Erwachsenenbildung nach dem Bayerischen Erwachsenenbildungsförderungsgesetz und vergleichbare Angebote sind in Präsenzform zulässig, wenn zwischen allen Beteiligten ein Mindestabstand von 1,5 Meter gewahrt ist. Soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen, sowie bei Präsenzveranstaltungen am Platz besteht FFP2-Maskenpflicht.

Instrumental- und Gesangsunterricht darf als Einzelunterricht in Präsenzform erteilt werden. Dabei ist ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Soweit und solange das aktive Musizieren ein Masketragen zulässt, gilt für das Lehrpersonal eine Pflicht zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen, für Schülerinnen und Schüler gilt FFP2-Maskenpflicht.

Kultur

Museen, Gedenkstätten, Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und vergleichbare Kulturstätten dürfen mit Terminbuchung und Kontaktdatenerhebung öffnen. Ein negativer Test ist nicht notwendig. Für die Besucher besteht FFP2-Maskenpflicht.

Sport

Kontaktfreier Sport mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten ist erlaubt. Zusätzlich ist es erlaubt, dass unter freiem Himmel 20 Kinder unter 14 Jahren zusammen Sport machen.

Freizeiteinrichtungen

Fitnessstudios können im Freien betrieben werden.

"Wir hoffen natürlich sehr, dass der positive Trend sich weiter verstetigt und die Bundesnotbremse nicht noch einmalmal greift", betont Landrat Klaus Peter Söllner. Dies sei dann der Fall, wenn der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen erneut über die Grenze von 100 klettern würde.

Wann folgt die Gastronomie?

"Weitere Öffnungen, etwa der Außengastronomie, können frühestens zum Samstag, 15. Mai, möglich werden", erläutert ergänzend der Leiter des Krisenstabs Oliver Hempfling. Dazu bedürfe es einer Genehmigung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Diese wiederum hänge davon ab, dass die Inzidenz auch die nächsten Tage stabil unter 100 bleibt.