Gewerkelt wurde bis zur letzten Sekunde. "Um 13.59 Uhr haben wir noch die letzten Nägel versenkt und Glühbirnen eingedreht", erzählt Steffen Mahr von den finalen Handgriffen am Kronacher Weihnachtsmarkt. Der 38-Jährige ist Zweiter Vorsitzender des ausrichten Vereins "Kronacherleben" und verantwortlich für den Aufbau. Doch davon bekamen die Besucher nichts mehr mit, als die Verkaufsstände pünktlich um 14 Uhr die Verschläge ihrer Holzhütten öffneten. "Insgesamt war es ein guter Start, für den wir sehr dankbar sind", zieht Mahr nach dem ersten Adventswochenende ein positives Fazit.

Denn Sorgen gab es vor der Eröffnung einige. Doch anders als noch vor zwölf Monaten spielte das Wetter mit und auch der parallel stattfindende Weihnachtsmarkt in Mitwitz kostete weniger Besucher als befürchtet. "Mitwitz war das große Zugpferd. Man hat schon gemerkt, dass es bei uns deutlich voller wurde, als dort der Markt geschlossen hat", sagt Mahr. Gefühlt seien es in Kronach aber mehr Weihnachtsmarktbesucher gewesen, als noch zum Premierenjahr des Vereins. "Ich schätze aber mal, dass das auch mit dem guten Wetter zu tun hatte."


Zahlreiche Anfragen

Weniger erfreut zeigten sich einige Besucher - unter anderem auf der Kronacher Facebook-Seite des Fränkischen Tags. "Die schönste Zeit nimmt von Jahr zu Jahr stetig ab", schrieb etwa eine Nutzerin. "Der Kronacher Weihnachtsmarkt ist schon seit langem nicht mehr das, was er mal war. Leider. Was heutzutage überwiegt, sind Partys und Sauferei." Ins gleiche Horn stieß ein anderer Leser, der schrieb, dass er den Weihnachtsmarkt nicht mehr besuchen wolle, "weil es nur noch Fress- und Saufbuden sind". Das habe für ihn nichts mehr mit Weihnachten zu tun.

Das Problem ist den Organisatoren bewusst, erklärt Mahr. Es sei aber schwierig, ausreichend Firanten mit einem handwerklichen Angebot zu finden. "Wir hatten zahlreiche Anfragen für Lebensmittelstände, haben uns aber eine Obergrenze gesetzt und daran auch gehalten." Heuer betrage das Verhältnis zwischen handwerklichen und Lebensmittelständen zwölf zu 14. "Wir hoffen, dass es sich zukünftig wieder ausgleicht oder sogar umkehrt", sagt der 38-Jährige. So wie es jetzt ist, sei es aber durchaus akzeptabel.

Von Eltern sei er zudem vermehrt auf das fehlende Karussell in der Oberen Stadt angesprochen worden. Wo vergangenes Jahr noch Kinder auf den verschiedensten Figuren und Fahrzeugen ihre Runden drehten, herrscht nun Leere. "Dort nur das Karussell hinzustellen, geht halt nicht. Außerdem hätte sich der Betreiber wohl auch nicht mehr darauf eingelassen", vermutet Mahr. "Das war schon ein sehr zugiges Eck dort oben." Und in der Unteren Stadt fehle dafür leider der Platz.


Mangelndes Interesse

Die Organisatoren hätten die Obere Stadt zwar gerne weiterhin in das Konzept für den Weihnachtsmarkt aufgenommen, doch es mangelte am Interesse der Händler. "Schon im letzten Jahr haben wir dort nur einen kleinen Obolus für Strom und Wasser genommen", sagt Mahr. Im Grunde seien die Stände dort fast subventioniert gewesen. Das hätte der Verein auch dieses Jahr gemacht, aber es sei einfach nicht angenommen worden. "Aber wenn man es nicht probiert, kann man auch keine Lehren daraus ziehen", meint Mahr.

Immer besser angenommen wird dagegen offenbar die Kühnlenzpassage. Mit jeweils 100 Zuschauern pro Aufführung sei das Kindertheater dort bis auf den letzten Platz besetzt gewesen. Auf ähnlich großes Interesse hofft "Kronacherleben" auch am kommenden Wochenende, wenn in der Kühnlenzpassage die "Kunstvolle Weihnacht" ansteht.

"Kunstvolle Weihnacht" in der Kühnlenzpassage

20 Aussteller Das zweite Adventswochenende des Weihnachtsmarkts steht unter dem Motto "Kunstvolle Weihnacht". Mittelpunkt ist von Freitag bis Sonntag die Kühnlenzpassage. Rund 20 Aussteller aus der Region präsentieren dort ihre Handwerkskunst.

Deko Angeboten werden beispielsweise weihnachtliche Deko in Glas, Keramik und Metall, weihnachtliche Lichtobjekte, handgearbeiteter Schmuck, Holz- und Filzarbeiten oder handgemachte Poesiekarten.

Hochwertiges Angebot Organisiert wird das vorweihnachtliche Highlight zum dritten Mal von Sandra Bauer ("Knut Events"), Irene Tobiaschek ("Samsara") sowie Jochen Friedrich ("Weka"), die alle auf ein hochwertiges Angebot setzen und bereits den Martini-Markt veranstalteten. Ihnen ist es ein großes Anliegen, den Besuchern ganz besondere Artikel anzubieten, die jenseits von Massenproduktion und Kommerz liegen.

Neue Aussteller Vertreten sind dann auch einige Aussteller, die die Besucher bereits vom Martini-Markt her kennen, die sich aber bei der "Kunstvollen Weihnacht" überwiegend mit einem veränderten Angebot mit vielen neuen Ideen präsentieren. Es sollen aber auch einige neue Aussteller hinzukommen, die erstmals einen Einblick in ihre handwerklichen Künste geben und eine reiche Auswahl an schönen Dingen anbieten. Darunter sind unter anderem auch wetterempfindliche Artikel, die nur im Innenbereich und daher beispielsweise nicht auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden können. Berücksichtigt wurden wiederum Aussteller aus der Region.

Öffnungszeiten Geöffnet hat die "Kunstvolle Weihnacht" von Freitag, 2. Dezember, bis Sonntag, 4. Dezember, jeweils bis 19 Uhr. Während die Kühnlenzpassage am Freitag um 15 Uhr ihre Tore öffnet, geht es am Samstag schon ab 11 Uhr los. Am Sonntag kann ab 13 Uhr durch die Tischreihen geschlendert werden. Der Eintritt ist frei.