Nicole Burger, Arbeitskreis Tourismus, gab einen Sachstandsbericht über die Leitbildentwicklung im Oberen Rodachtal. Sie führte aus, um was es geht und welche Aufgabe das Leitbild hat. Es werde - kurz gesagt - alles zusammengefasst, wofür das Obere Rodachtal stehe, einmal für jeden einzelnen "ORt" und dann für das gesamte Obere Rodachtal (OR). Es soll sozusagen eine "Verfassung" für das Unternehmen "Ort" sein und lege inhaltlich fest, welche Leistungen und Angebote "ORt" bietet. In fünf Phasen werde dies erarbeitet. Phase 1 als Identitätsfindung mit Workshops und Fragebogenmailing, Phase 2: Festschreibung der Handlungsfelder, Phase 3: Marketingstrategie für "ORt", Phase 4: Maßnahmen Ableitung und Phase 5: endlich die Leitbildfestschreibung.
Parallel dazu erstellt der Frankenwald Tourismus Service Center ebenfalls ein Leitbild für den gesamten Frankenwald. "Unsere Aufgabe ist es, so schnell wie möglich unseren Platz in der Vermarktung des Frankenwaldes zu sichern. Wir müssen genau sagen, warum soll jemand gerade zu uns kommen", betonte Burger.

"Gute Hotels fehlen"

Die anschließende Diskussion brachte doch einige kontroverse Meinungen an den Tag. Jürgen Eckert (CSU) meinte, dass man das alles schon oft gehört habe, aber noch nicht viel umgesetzt worden sei. Für Frank Hauck (CSU) war das Vorhaben im Großen und Ganzen okay, aber es würden hier im Frankenwald einfach gute Hotels, Wellness und Übernachtungsmöglichkeiten fehlen. Bürgermeister Wunder (CSU) meinte, dass viel Natur da sei, die vermarktet werden müsse und damit auch Investoren anzieht. Platz für bauliche Maßnahmen müssten dann die Gemeinden bereitstellen.

Für Nicole Burger gibt das Leitbild Sicherheit für den richtigen Weg. Der Tourismus sei die Industrie des Oberen Rodachtals, er sichere Arbeitsplätze und die Lebensqualität. Je besser und schneller man sich die Position im Frankenwald sichere, desto erfolgreicher sei man. Rudi Kotschenreuther (CSU) hielt dagegen, dass für ihn als Unternehmer weniger der Tourismus als der demographische Wandel von Interesse sei. "Solange es im OR keinen Zusammenhalt gibt, sich Nordhalben raushält usw., ist der Tourismus sicher nicht der Heilsbringer", meinte Kotschenreuther. Um eine Grundsatzdiskussion zu vermeiden, schlug Bürgermeister Gerhard Wunder vor, eine Sondersitzung oder Klausurtagung abzuhalten. Dies wurde positiv aufgenommen.

Bürgermeister Wunder informierte über die weiteren Bauarbeiten bei der Ortsdurchfahrt. Die Bauarbeiten seien bereits wieder aufgenommen worden. Zuerst werden die Gehsteige abgefräst und die Versorgungsleitungen verlegt. Hier geht der erste Bauabschnitt von der Leitschbrücke zur Bergstraße, wo auch eine Zuleitung zur Trafostation bei der ehemaligen Gärtnerei verlegt wird. Geplant ist auch, den Oberflächenkanal von der Abzweigung Stein/Unterer Stein bis zum Leitschbach zu erneuern. Im nördlichen Bereich erfolgt die Neuverlegung des Kanals vom Cafe Kuhnlein bis zur Firma Schmittdorsch ab Anfang März. Für Mitte März ist geplant, den Abwasserkanal vom Grünen Baum bis zur Nordhalbener Str. 37 zu erneuern. Als erste Maßnahme werde in den nächsten zwei bis drei Wochen die alte Bäckerei neben dem Grünen Baum abgerissen und könne dann als Einsatzplatz für die Baufirmen genutzt werden. Bei diesen Baumaßnahmen werde es teilweise zu Vorsperrungen kommen müssen. Ein absolutes Halteverbot auf der Staatsstraße ziehen die gleichzeitigen Baustellen nach sich, in den Seitenstraßen könne geparkt werden. Bei Umleitungen der Busse über die Blumenstraße besteht auch dort Halteverbot. Das Parken für die Arztpraxen könne eventuell auf dem Schulgrundstück erfolgen.

Klare Worte sprach Bürgermeister Wunder zum Problem der kommunalen Kooperation. Die Zusammenarbeit hier sei nicht von Personen oder politischen Gremien abhängig, sondern müsse vor allem von den Bürgern gewollt und gelebt werden. Seit 2003 sei hier ein gemeinsamer Weg eingeschlagen worde und es habe sich schon viel bewegt. Nur durch diese Kooperation profitierten Nordhalben und Wallenfels von einer 80-Prozent-Zuschusssituation, die ohne Steinwiesen und die Kooperation nicht möglich wäre, denn nur Steinwiesen sei in diesem Programm offiziell drin gewesen. Wunder richtete seine Worte direkt an Nordhalben. "Die Tür zur Zusammenarbeit steht weiterhin offen, es wäre gut, wenn der eingeschlagene Weg gemeinsam fortgesetzt wird", so Wunder. Aber dies bedeute auch, dass man eine klare Ansage aus Nordhalben wolle, ein Ja oder Nein und nicht immer nur einmal Hü und einmal Hot und ein vages Vielleicht. Dieser Aussage schlossen sich auch die beiden Fraktionsvorsitzenden Jürgen Eckert (CSU) und Jürgen Deuerling (SPD) an.


Gebühren werden neu kalkuliert

Verwaltungsangestellter Roland Zwosta erläuterte die Betriebsabrechnung von Abwasser, Wasser, Erlebnisbad und den Tourismus und Erholungseinrichtungen. Für 2014 konnte betriebstechnisch bei der Wasserversorgung ein Plus von 24 000 Euro erwirtschaftet werden. Der Wasserverlust wurde auf 14 Prozent reduziert, die sei zwar immer noch zuviel, aber eine weitere Verbesserung gegenüber 2013. Im Bereich der Abwassergebühren gibt es nach 2013 auch in 2014 ein Defizit von ca. 52 000 Euro. Auch im Friedhofswesen wird die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben immer größer. Es wurde einstimmig beschlossen, diese Gebühren neu zu kalkulieren.
Bauanträge: Markt Steinwiesen (Erweiterung des Dorfstadels Neufang) und Matthias Baumgärtner, Neufang (Neubau einer Agrarhalle). Beide Anträge wurden genehmigt.


Informationen


Kanal Austausch des Kanals im Bereich Nordhalbener Straße: Es gab drei Varianten, den Abschnitt von der Angermühle bis zum Café Kuhnlein in den Griff zu bekommen. Die Variante eines Freispiegel-Drainagekanals im Zusammenhang mit einer Mischwasserkanalerneuerung wurde in die Ausschreibung aufgenommen. Es entstehen Kosten von 125 000 Euro.

Umfrage Die Umfragebögen der Aktion "Wä sämme und wie sämme?" können noch bis Ende der nächsten Woche in die bereit gestellten Abgabebehälter eingeworfen werden.

Mobilität Fragebögen zum Mobilitätskonzept des Landkreises: Es wurden 9902 Fragebogen ausgewertet (Rücklaufquote 15 Prozent). Es soll teilweise ein Bedarfsverkehr eingerichtet werden, der nach Anruf (eine Stunde vor Fahrtbeginn) fährt. Für den Schülerverkehr wird es keinen Bedarfsverkehr geben, da dieser über den Linienverkehr abgewickelt wird.