Wenn Monika Reißig die Bühne betritt, braucht sie eigentlich gar nichts zu sagen. Bereits ihr Anblick reißt die Zuschauer von den Stühlen und entfacht einen sogenannten "Lachflash". Warum das so ist? Das weiß eigentlich niemand.

Aber an Moni Reißig kommt man im Fasching in Birnbaum und Steinwiesen einfach nicht vorbei. Nun wird sie ihr Talent auch überregional unter Beweis stellen. Am Freitag wird sie im Bayerischen Fernsehen bei der Sendung "Franken sucht den Supernarr" im ersten Halbfinale dabei sein. Zusammen mit sieben weiteren Kandidaten tritt sie an, um die Jury von ihrer Qualifikation zu überzeugen. Als Rocker, dessen Motorrad nicht richtig läuft, weil "es auf Stottern gekauft wurde", will sie das Publikum im Saal und an den Bildschirmen begeistern.

Tatsächlich zu Casting nach Nürnberg eingeladen

"Eigentlich wollte ich gar nicht zum
Supernarr, als mich unser Präsident Wieland Beierkuhnlein damals gefragt hat", sagt Moni Reißig. Aber sie hat es sich dann doch überlegt und sich beworben. Die Aufregung war natürlich groß, als sie tatsächlich zum Casting nach Nürnberg eingeladen wurden. "200 Bewerber und ich mitten drin, da wollte ich gleich wieder heim, weil ich dachte, da hast du ja doch keine Chance", erzählt die "flotte Rockerin".
Doch es kam anders. Ihre Darbietung überzeugte, und sie war unter den letzten 16 Kandidaten für den Supernarr. Und wie heißt es so schön? "Plötzlich war alles anders."

Die Einladung nach Fürth zur Aufzeichnung des ersten Halbfinales löste auch bei Moni Reißig das große Zittern aus. Lampenfieber und Nervosität kannte sie eigentlich vor ihren bisherigen Auftritten nicht. Doch mit den vielen Fernsehkameras war alles anders. "Da war der Friseur erst mal da, die Schminke, die Kameras, man musste genau wissen, wo man sich hinstellen soll, und so weiter. Da war ich schon sehr nervös und aufgeregt", sagt Monika Reißig. Schließlich wollte sie ja ihr Bestes geben und der Jury zeigen, dass auch so "ein Ding aus der Provinz" was kann. Dazu kam immer die Angst, es haut jemand auf den Buzzer und man ist sofort weg vom Fenster.

Im Fasching dreht sie so richtig auf

Aber es habe Spaß gemacht, mit den anderen Kandidaten habe sie sich auch sofort gut verstanden. "Manche machen das sogar profimäßig, ich nur im Fasching", meint die 59-jährige Birnbaumerin. Aber im Fasching, da dreht sie so richtig auf. Seit 2008 ist ihr Auftritt fester Bestandteil bei den Büttenabenden in Steinwiesen. Egal, ob sie wie damals ihr Debüt als der "Prinz vom letzten Jahr" gab oder ob sie als Bierkönigin, Bauer, Putzfrau, A schös Ding, als Beichtmaala oder wie im vergangenen Jahr als Rocker auf der Bühne steht: Die Beifallsstürme sind ihr jetzt schon sicher.

Ihre Texte schreibt sie immer selbst und sie identifiziert sich mit jeder Rolle, in die sie schlüpft. Da steht eben ein richtiger Rocker auf der Bühne, nicht eine Frau, die sich als Rocker angezogen hat. Und das spürt das Publikum, da springt der Funke sofort über.

Doch wie hat eigentlich alles angefangen?

Wer Moni Reißig von klein auf kennt, der weiß, dass sie immer ein ruhiges Mädchen war, den Mund nicht aufbekam. Und wer früher gesagt hätte, die macht Karriere im Fasching in der Bütt, der wäre ausgelacht worden. "Es hat sich so ergeben. Vor einigen Jahren suchten sie bei der Musik in Birnbaum jemanden, der einen Sketch mitmacht. Da haben die Mutter meiner Schwiegertochter und ich die ,Waafn ve Bärm' gespielt und hatten so einen Erfolg, dass ich einfach weitergemacht habe", erklärt Moni Reißig lachend.

Man könnte sagen, eine "spät berufene" Komödiantin mit tollem Erfolg. Entdeckt für die Büttenabende in Steinwiesen hat sie der Präsident der Faschingsgesellschaft, Wieland Beierkuhnlein, und sofort in das Programm integriert. So steht Monika Reißig auch in diesem Jahr wieder auf der Bühne in der Kulturhalle in Steinwiesen, und man darf gespannt sein, mit welcher Figur sie diesmal aufwarten wird. "Es geht um den Führerschein, soviel kann ich schon verraten", sagt sie lachend und auch dieses Mal wird nicht Monika Reißig auf der Bühne sein, sondern die Figur, die sie spielt."

Wer neugierig geworden ist und Monika Reißig live erleben möchte, der kann dies bei den Büttenabenden am 30. und 31. Januar ab 19.10 Uhr in der Kulturhalle in Steinwiesen tun. Karten gibt es bei Wieland Beierkuhnlein im Geschäft "Fritzla" in Steinwiesen. Dabei sind natürlich auch hübsche Gardemädchen, Tanzgruppen und Prinzenpaare und es gibt wieder zahlreiche Sketche und Büttenreden. Am Sonntag, 1. Februar, ist der Familienbüttennachmittag. Besonders einladen möchte die Faschingsgesellschaft jetzt schon zum Faschingsumzug am 15. Februar in Steinwiesen.