Steinwiesener hofft auf Vertragsverlängerung
Autor: Sandra Hackenberg
Kronach, Freitag, 06. März 2020
Gerhard Wunder (CSU) ist seit 24 Jahren Bürgermeister in Steinwiesen, aber genug hat er noch lange nicht: Bei der Kommunalwahl am 15. März will es der 62-Jährige noch einmal wissen.
Gerhard Wunder gehört zweifellos zu den Bürgermeister-Kandidaten, die eigentlich gar nicht vorgestellt werden müssten, denn in seiner Heimat Steinwiesen ist er bekannt wie ein bunter Hund. Dennoch gibt es einiges über den Mann zu erzählen, der seit sage und schreibe 24 Jahren Bürgermeister ist. Etwa, warum der 62-Jährige für eine weitere Legislaturperiode kandidiert.
Die Antwort darauf ist einfach: Wunder will die Dinge, die er angestoßen hat, auch zu Ende bringen. "Die Generalsanierung unserer Turnhalle für kulturelle Veranstaltungen steht jetzt an. Auch für unser Schwimmbad wird derzeit ein Sanierungsprogramm erstellt", zählt der Bürgermeister laufende Projekte auf, die er aktiv mitgestalten will. Auch den Ausbau des Wohnungsnetzes will er weiter vorantreiben. Derzeit entstehen im alten Rathaus sechs Wohnungen.
Der schönste Ort zum Leben
Denn, davon ist der Christsoziale überzeugt: Steinwiesen ist der ideale Ort sowohl für junge als auch ältere Menschen. "Wir haben hier alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten, zwei Hausärzte, Banken, Apotheke und Zahnarzt sowie eine Sozialstation für die ambulante Pflege." Die Kinder gehen in einen der beiden örtlichen Kindergärten oder in die Steinwiesener Grundschule.
Nicht nur die Anzahl der Arbeitsplätze steigt stetig in der Marktgemeinde: "Wir haben seit 2017 mehr Zu- als Wegzüge", freut sich Wunder. Darauf gelte es aufzubauen und weiter in Dorferneuerungsmaßnahmen zu investieren. Für entsprechende Fördermittel fährt der Steinwiesener auch mal eben selbst nach Bayreuth, wenn es ihm zu lange dauert. "Das Schlimmste in der Kommunalpolitik sind Barrieren und Streitigkeiten, denn die kosten Zeit."
Und Wunder ist ein Mann der Taten. Das bewies er bereits 1996, als er mit den Bürgermeistern aus Nordhalben, Wallenfels und Marktrodach als "Die vier Musketiere" bundesweit für Aufsehen sorgte. "Bayerische Gemeinden wollen nach Thüringen", lauteten damals die Schlagzeilen. Wunder und seine Kollegen fühlten sich im kommunalen Finanzausgleich benachteiligt. "Damals hingen die Fördersätze sehr mit der Einwohnerzahl der Gemeinden zusammen."
Um Druck auf die bayerische Regierung auszuüben, drohten die Musketiere, nach Thüringen überzusiedeln - mit Erfolg: "Die Fördersätze für finanzschwache Kommunen wurden insgesamt erhöht."
Bürgermeister mit Bodenhaftung
Ein Ordner mit den Zeitungsausschnitten von damals steht im Bürgermeisterbüro und erinnert Wunder an die glaubwürdige Politik, für die er steht: "Auf dem Boden zu bleiben, ist wichtig - und ich bin eine ehrliche Person. Ich mache keine falschen Versprechungen. Wenn etwas nicht geht, sage ich das auch direkt." Dem Vater von einer Tochter und einem Sohn sei wichtig, dass sich die Bürger auf sein Wort verlassen können und drauf, dass er ihre Interessen vertritt. "Wenn ich etwas ändern will, lege ich immer wieder den Finger in die Wunde. Jeder politische Erfolg muss erarbeitet werden."