"Ich habe schon überlegen müssen, ob es für mich der richtige Schritt ist", sagt Florian Fischbach. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Schließlich kickt der 26-Jährige seit seinem fünften Lebensjahr für den Kreisligisten TSV Ludwigsstadt. Im Sommer wird er aber seinen Heimatverein verlassen und sich dem FC Hirschfeld in der Kreisklasse 4 anschließen. Dort will der Torjäger nicht nur mit seinen Treffern überzeugen, sondern auch als Spielertrainer, denn er beerbt den scheidenden Hirschfelder Coach Alper Yürük.

Mehrere Vereine hatten in der Vergangenheit um die Gunst des Bankkaufmanns gebuhlt. Auch der FC Hirschfeld habe schon länger sein Interesse bekundet, sagt er - und dessen Angebot hat ihn überzeugt: "Das Konzept und auch die Euphorie der Verantwortlichen hat mich schon beeindruckt. Ich bin der Meinung, dass dort in den nächsten Jahren einiges entstehen kann. Es sind jetzt schon richtig gute Spieler vorhanden und eventuell können wir den einen oder anderen auch noch dazu holen und von unserem Weg überzeugen", erklärt Fischbach seine Beweggründe.

Für ihn ist der Wechsel der Beginn eines neuen Karriereabschnitts. So will er in diesem Jahr den B-Trainer-Schein machen. "In Hirschfeld bekomme ich die Möglichkeit, alles gleich umzusetzen, was ich beim B-Trainer-Schein lerne", sagt Fischbach. "Mir war wichtig, dass ich mich künftig auf das Traineramt spezialisiere und deshalb habe ich jetzt die Chance genutzt."

Erste Schritte bei den Junioren

Unerfahren ist er auf diesem Gebiet keineswegs. Bereits als 18-Jähriger stieg er im Jahr 2012 bei der D-Jugend des TSV Ludwigsstadt in das Trainergeschäft ein, begleitete diese durchgehend bis zur A-Jugend und trainierte zuletzt die Junioren der JFG Rennsteig. Für sein langjähriges Engagement wurde er vom Bayerischen Fußball-Verband kürzlich sogar mit dem Preis "Fußballhelden 2019 - Aktion Junges Ehrenamt" ausgezeichnet.

Seit dieser Saison übernimmt er als Co-Trainer auch erstmals Aufgaben im Herrenbereich des TSV Ludwigsstadt. Dennoch wird es für ihn künftig eine Umstellung, gleichzeitig Tore zu schießen und die Mannschaft zu führen. "Es ist eine ganz neue Herausforderung, auf die ich mich sehr freue. Mir ist bewusst, dass es schwierig ist, beide Ämter auszuüben. Da muss ich mich natürlich noch reinfuchsen. Aber ich bin überzeugt, dass ich in diese Aufgabe hineinwachse und mich von Jahr zu Jahr weiterentwickeln werde."

Konkrete Zielsetzungen gebe es mit den Hirschfeldern zwar noch nicht, Fischbach weiß aber schon genau, welche Art Fußball er als Coach spielen lassen will: "Als Vollblutstürmer bevorzuge ich schon die offensive Spielweise. Ich möchte mutig auftreten, schnell nach vorne spielen und für attraktiven Fußball sorgen. Aber klar, die Defensive können wir nicht komplett vernachlässigen", sagt er und lacht.

Mit dem Toreschießen kennt sich Fischbach jedenfalls bestens aus. In seinen zehn Jahren beim TSV sorgte er mit zahlreichen Treffern von der Kreisklasse bis hinauf zur Bezirksliga für Furore. So schoss er die Ludwigsstadter etwa in der Saison 2012/13 mit 57 Toren zur Kreisliga-Meisterschaft und ließ es anschließend eine Liga höher 31-mal krachen.

Klassenerhalt zum Abschied

Kein Wunder, dass er auch in dieser Spielzeit mit zehn Treffern der Top-Torjäger des TSV ist. Allerdings lief es bislang nicht rund für sein Team. Mit 16 Punkten steht es auf dem vorletzten Tabellenplatz, drei Zähler fehlen zum Relegationsrang 14. Auch wenn Fischbachs Wechsel zur neuen Saison schon feststeht, will er seinem Heimatverein noch zum Ligaverbleib verhelfen. "Ich werde nichtsdestotrotz mindestens 100 Prozent geben, damit wir die Klasse halten. Das wird das einzige Ziel sein in dieser Saison - und das wird schwer genug. Aber wenn wir eine gute Vorbereitung spielen und alle Verletzten wieder an Bord sind, haben wir auf jeden Fall das Zeug dazu."