In der kommenden Saison wird es im Landkreis Kronach zwei neue Spielgemeinschaften geben. Wie der Fränkische Tag bereits am vergangenen Mittwoch berichtet hatte, schließen sich die beiden Kreisklassisten TSV Gundelsdorf und SV Reitsch, sowie die beiden Ortsrivalen ATSV und FC Gehülz zusammen. Darüber informierten die vier Vereine am Dienstag in Pressemitteilungen.

Die beiden Gehülzer Clubs wollen ihre jahrzehntelange Rivalität beiseitelegen, um den Fußball im Ort wieder attraktiv und erfolgreich zu machen. Die Vergangenheit habe bei den Gesprächen keine große Rolle gespielt: "Ich war überrascht, dass das in unserem Verein von allen so gut aufgenommen wurde", sagte ATSV-Vorsitzender Jörg Stöcker auf Nachfrage.

Zunächst will sich die SG Gehülz in der A-Klasse etablieren und sich erst später mit einer möglichen Rückkehr in die Kreisklasse beschäftigen. Helfen soll dabei ein Dreiergespann an der Seitenlinie: Hauptverantwortlicher Trainer wird zur neuen Saison FC-Spieler Fabian Bittruf. Ihm zur Seite stehen der derzeitige FC-Coach Stefan Stalph und ATSV-Kapitän Johannes Löffler. Stöckert geht davon aus, dass diese einen Kader von etwa 16 Spielern zur Verfügung haben werden. Auch über eine zweite Mannschaft macht man sich in Gehülz Gedanken.

Gespräche auch bei Klassenerhalt

Die aktuelle Saison verlief für beide Gehülzer Mannschaften enttäuschend. Der ATSV steht schon lange als Absteiger aus der Kreisklasse 2 fest, der FC hat in der A-Klasse 4 als Tabellen-14. immerhin den Klassenerhalt in der Tasche. Folglich wird die SG Gehülz im kommenden Jahr in der A-Klasse starten. Auf die aktuelle Spielzeit hat dieser Zusammenschluss also keine Auswirkungen.

Mit dem sportlichen Abschneiden habe die Gründung der Spielgemeinschaft jedoch wenig zu tun. "Selbst wenn wir die Klasse gehalten hätten, hätten wir uns über eine Spielgemeinschaft Gedanken gemacht." Vielmehr werde es für beide immer schwieriger, junge Kicker zu finden und eine Mannschaft zusammenzustellen. "Wir mussten in der Vergangenheit Spieler reaktivieren, die teilweise seit fünf Jahren nicht mehr gespielt haben", bringt Stöcker die Misere auf den Punkt.

Die Anhänger beider rivalisierenden Vereine hätten die künftige Zusammenarbeit erfreut aufgenommen. Daher hofft Stöcker künftig auch auf einen Zuschauerzuwachs bei den Heimspielen der SG Gehülz.

Die zweite neue Spielgemeinschaft im Landkreis wird rund acht Kilometer weit entfernt auf die Beine gestellt: Dass eine SG Gundelsdorf/Reitsch beschlossene Sache sei, hatte der Reitscher Spielleiter Philipp Baumann schon vor Wochenfrist gegenüber dem FT bekräftigt. Allerdings stand noch die schriftliche Mitteilung an Kreisspielleiter Egon Grünbeck aus. Diese haben die beiden Vereine nun eingereicht, wie der Reitscher Vorsitzende Jochen Lang auf Nachfrage bestätigte.

Für die Zukunft gut gerüstet

"Die beiden Vereinsführungen haben den sportlichen Zusammenschluss der Vereine nach reiflichen Überlegungen und Abwägungen aller Für und Wider mit großer Zustimmung beschlossen. Mit dem Zusammenlegen des Spielbetriebs will man dem demografischen Wandel entgegen wirken, um so für die Zukunft gut gerüstet zu sein", heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung des TSV Gundelsdorf und des SV Reitsch.

Auch die Trainerfrage für die kommende Saison sei für die SG Gundelsdorf/Reitsch bereits geklärt.

Einen Namen wollen beide Vereine jedoch noch nicht bekannt geben. Künftig will man sich besonders auf die Nachwuchsarbeit konzentrieren, denn bei der neuen Spielgemeinschaft ist man sich sicher, "dass in den Ortsteilen Gundelsdorf, Reitsch und Glosberg einiges an fußballerischem Potenzial steckt, das nur gefördert werden muss."

Burggrub spielt Relegation

Die Gründung der SG Gundelsdorf/Reitsch hat auch Auswirkungen auf die laufende Saison in der Kreisklasse 4. Wie berichtet, erklärt der SV Reitsch damit seinen Verzicht an der Kreisklasse und somit auch an möglichen Relegationsspielen um den Klassenerhalt. Am Ende der Saison werden die Reitscher ans Tabellenende gesetzt, die erzielten Punkte behalten jedoch ihre Gültigkeit.

Damit ist der Abstiegskampf in der Kreisklasse 4 bereits vor dem letzten Spieltag entschieden. Reitsch und der FC Seibelsdorf stehen als Absteiger fest, der Tabellenvorletzte FC Burggrub rückt um einen Platz nach oben und darf sich über eine zweite Chance in der Relegation freuen. Die Mannschaften aus Windheim und Unterrodach sind gerettet.