Sich austoben statt abhängen
Autor: Heike Schülein
Kronach, Sonntag, 01. Oktober 2017
Das 2014 gestartete Projekt im Turnerheim ist ein Volltreffer. Am Freitag geht es in die vierte Runde.
Zu nächtlicher Stunde Fußball oder Tischtennis spielen oder einfach mal eine ganz andere Sportart ausprobieren, auf die man schon immer Lust hatte - von 21.30 Uhr bis Mitternacht, ganz ungezwungen, in lockerer Runde, ohne Vereinsmitgliedschaft und ohne Anmeldung. Eine ungewöhnliche Zeit? Nicht für die jungen Leute in Kronach.
Seit 2014 gibt es hier das Angebot Mitternachts-Sport im Kronacher Turnerheim, und der Erfolg gibt den Organisatoren, dem Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter", der Turnerschaft Kronach, der Bayerischen Sportjugend, der Polizei, der Präventionsstelle des Kreisjugendamts Kronach und der kommunalen Jugendarbeit beziehungsweise dem Kreisjugendring, unter dessen Federführung das Projekt läuft, Recht. Die jungen Leute - gedacht ist die Veranstaltung für Interessierte vorwiegend im Alter von 14 bis 25 Jahren - waren nicht nur begeistert dabei, sondern wollten eine Fortsetzung.
Jetzt ist es soweit: Den nächsten Mitternachts-Sport gibt es bereits am Freitag, 6. Oktober, wiederum von 21.30 bis 24 Uhr.
"Wir wollen das Angebot jetzt nach der Sommerpause fortführen, weil wir einfach den Sinn sehen und weil es ein Klasse-Projekt ist", brachte es Struwwel-Leiter Samuel Rauch auf den Punkt. Träger und Hauptverantwortlicher des Projekts ist der Kreisjugendring Kronach. Die Kooperationspartner stellen Personen ab, die sich um die Gäste kümmern und auch mit den jungen Leuten beispielsweise Fußball oder Tischtennis spielen.
Verschiedene Sportarten parallel
Bei den Sportarten richtet man sich ganz nach den Wünschen der Teilnehmer: Fußball, Tischtennis oder auch andere Ballspiele - vieles ist möglich. Betrieben wird der Sport, auf den die Teilnehmer gerade Lust haben, oder den sie vielleicht schon immer mal ausprobieren wollten. "Die Turnerschaft hat ja zwei Hallen. Dadurch kann man die Gruppe teilen, und verschiedene Sportarten können parallel zueinander stattfinden", erklärte der Polizei-Jugendkontaktbeamte Stefan Luthardt, von dem einst die Initiative ausgegangen war.
Bis 24 Uhr die Pfeife im Mund
Geplant ist auch, dass Abteilungsleiter der Turnerschaft kurze Trainingseinheiten ihrer Sportart anleiten, so dass die jungen Leute auch mal unverbindlich nicht ganz so bekannte Sportarten ausprobieren können. Die Turnerschaft stellt hierfür ihre große und ihr etwas kleinere Sporthalle zur Verfügung wie auch ihre Gerätschaften. Wie Zweiter Vorsitzender Wolfgang Ferner betont, werde die Turnerschaft auch weiterhin die Aktion gerne unterstützen, selbst wenn man dann noch um 24 Uhr im Tor steht oder die Pfeife im Mund hat.Mit der Teilnehmerzahl zwischen 15 und 30 Jugendlichen in der letzten Saison sind die Beteiligten zufrieden, wobei durchaus noch Luft nach oben sei. Dies gilt insbesondere für die einheimischen Jugendlichen. Wer nur zuschauen möchte, ist auch willkommen.
Mit der Aktion wolle man jungen Leuten eine Alternative zu sonstigen Freizeitgeschichten bieten - Sport statt Abhängen oder Partymachen, Auspowern statt Alkohol. "Es ist schon etwas Besonderes, um diese Zeit in den Hallen Sport zu machen", sind sich auch Nadine Förtsch von der Präventionsstelle des Kreisjugendamts Kronach und Lisa Gratzke von der kommunalen Jugendarbeit sicher. Als fester Termin hat sich jeweils der erste Freitag im Monat bewährt. Da die Aktion bei den jungen Leuten so gut ankommt, soll sie als dauerhafte Einrichtung - mit Fortsetzung ab Oktober 2018 - bestehen bleiben.
Die nächsten Termine sind am 6. Oktober, 3. November, 1. Dezember sowie am 12. Januar, 2. Fwebruar, 2. März sowie 6. April 2018, immer von 21.30 bis 24 Uhr.