Auch sieben Jahre nach Abriss des Alten Brauhauses sucht man noch im Bierdorf nach einer sinnvollen Nutzung der Brauhausbrache. In der Sitzung des Gemeinderates Weißenbrunn wurde am Dienstag so gut wie nichts entschieden, aber es gab viel zu diskutieren. Vor allem stand im Fokus die Gewerbebrache Altes Brauhaus und das Gemeindeentwicklungskonzept (GEK).

Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) informierte über die Bemühungen, das Gelände um die Gewerbebrache Altes Brauhaus über einen Investor wieder mit Leben zu erfüllen. Nachdem jüngst, mit Einverständnis der Regierung, der Architektenwettbewerb aufgehoben wurde, sehe die Gemeinde durchaus bessere Chancen, einen Investor zu finden.

Bisher sei man mit dem beauftragten Architekten und Stadtplaner SHL immer davon ausgegangen, dass hier eine Sozialeinrichtung entstehen sollte, bevorzugt als Bürgertreffpunkt, insbesondere aber auch eine Einrichtung für Senioren.
Denkbar wären die Einrichtung einer Tagespflege sowie Wohngemeinschaften für Senioren beziehungsweise Mehrgenerationenwohnen oder auch zusätzlich barrierefreie Wohnungen mit ambulanter Betreuung. Hierzu müsste der Träger/Betreiber Angaben machen, was geplant werden soll. Eine Verwirklichung ist auch nacheinander möglich.

Die Leiterin der Diakoniestation in Weißenbrunn hatte in einem Gespräch darauf verwiesen, dass sich die Diakoniestation als ambulanter Pflegedienst im Ort etabliert habe. Daher wäre es zweckmäßig, die älteren beziehungsweise pflegebedürftigen Menschen auch weiter durch die Diakonie betreuen zu lassen. Denkbar sind Tagespflege und Wohngemeinschaften. Zusätzlich wäre auch die Schaffung kleiner barrierefreier Wohnungen zu begrüßen. So können die Menschen für die die ambulante Pflege nicht mehr ausreicht, im Ort in ihrer vertrauten Umgebung, in der sie sich wohlfühlen, bleiben.

"Ein Vorteil für die Gemeinde wäre, dass wir keine Bürgerinnen und Bürger an andere Gemeinden verlieren", meinte der Bürgermeister. Dieses Konzept sah auch der Investorinteressent, die Firma Saco, positiv. Vonseiten der Firma Saco bestehe großes Interesse am Grundstück der Gewerbebrache, welches man für ein Seniorenprojekt als bestens geeignet sieht. Derartige Wohnprojekte seien im Ortskern am besten angesiedelt, da von dort aus eine gute Erreichbarkeit der örtlichen Einrichtungen gegeben ist.


Krause: Bürger einbeziehen

Für die weitere Vorgehensweise ist eine Abstimmung zwischen Gemeinde, der Diakonie als möglichem Träger und dem Büro SHL für die städtebauliche Rahmenplanung erforderlich. Heinz Krause (FW) monierte zunächst die Informationspolitik des Bürgermeisters. Es wäre gut gewesen, wenn das Gremium über bisherige Verhandlungen mit vorstellig gewordenen Interessenten informiert worden wäre. Dann hätte man sich eventuell anders ausrichten können. Ferner war der Vorschlag von Krause, alle Ehrenamtlichen in der Gemeinde, ob jung oder alt, mit einzubeziehen und möglichst für alle Bürger etwas zu schaffen.

Ralf Oßmann (CSU) ging weg von der Idee einer Verbauung dieses Grundstückes. Vielmehr sah er dies als einen geeigneten Festplatz, wozu man aber das unmittelbar angrenzende ehemalige Verwaltungsgebäude der Gampertbräu mit einbeziehen soll. Damit konnte sich Herrmannn nicht anfreunden. "Wir müssen etwas für unsere Senioren tun, bevor wir wegen vier bis fünf Festveranstaltungen die Chance hier im Ortskern verstreichen lassen."

Christin Höfner (FW) sah die Möglichkeit als Festplatz durchaus nachdenkenswert. Man müsse eben mit der Gampertbräu reden, ob das ehemalige Verwaltungsgebäude zur Verfügung stehe. Heinz Schubert (CSU) hielt dies für einen gangbaren Weg, mit der Gampertbräu zu verhandeln und dann wieder zu diskutieren.

Günther Oßwald (SPD) schlug vor, sich die Vorstellungen des Investors unter Einbeziehung des Konzeptes eines Betreibers erst einmal anzuhören. Zudem sei noch zu klären, ob es überhaupt möglich ist, dieses Gelände als Freifläche zu belassen. Schließlich habe man Zuschüsse erhalten, die von gewissen Auflagen geprägt waren. Der Bürgermeister deutete weitere Gespräche im August an.

Hinsichtlich eines GEK liegen nun alle Vorschläge der Fraktionen von CSU, SPD und FW vor. Nun gehe es mit der Einbeziehung der Bürger weiter. Am 20. September ist in der Leßbachtalhalle eine Informationsveranstaltung geplant, danach beginnen die Ortsbegehungen und eine Ausarbeitung einer Prioritätenliste.


Verstärkung für den Bauhof

Das Gemeindeoberhaupt informierte, dass der Bauhof ab 16. August durch einen weiteren Mitarbeiter verstärkt werde. In der Sitzung stellte sich mit David Schielke ein neuer Mitarbeiter der Verwaltung vor. Das Gremium stimmte seiner Bestellung zum Vertreter der Kassenverwaltung ab 1. August zu. Weiter gab der Bürgermeister bekannt, dass der Haushalt 2016 genehmigt wurde.


Pumpe ist noch nicht geliefert

Christian Höfner wollte den Baustand zur Wasserversorgung Eichenbühl wissen: "Warum gibt es hier Verzögerungen?" Dies liege an der Lieferzeit einer Pumpe für das geplante Pumpwerk Reuth, erklärte der Bürgermeister.


Gleichbehandlung der Vereine gefordert

In der Bürgerfragestunde bat Marga Bassing als Vorsitzende der Vereinigten Nachbarn Schleyreuth um Gleichbehandlung aller Vereine. Sie habe als Vorsitzende zwei Rechnungen über zwei Festtage mit je 60 Euro für die Festplatznutzung am Rathaus erhalten. Sie sehe eine Bezahlung von Strom und Wasser ein, aber nicht für die Grundflächenbenutzung. Friedrich Thaler schlug einen Briefkasten an der B 85 für das Rathaus vor. Das werde gemacht, sagte der Bürgermeister zu.


Bei Wasserversorgung Druck machen

Bezüglich der Bauunterbrechung der Wasserversorgung Eichenbühl bat Friedrich Thaler darum, Druck zu machen. Es sei für die Anwohner unzumutbar, mit einer Straßen-Improvisation ein halbes Jahr leben zu müssen. Außerdem fand er, man müsse dagegen vorgehen, dass immer größere Traktoren und Lkw Flurwege und Gemeindestraßen benutzen, die für solche Traglast nicht gebaut sind.