Ein Abfalleimer mit Pferdemotiv soll es sein. Unbeeindruckt vom um sie herum herrschenden Gewusel und Stimmengewirr hat die fünfjährige Alexandra unter dem riesigen Angebot ihr Lieblingsstück ausgemacht, das ihr Papa nun kauft. Strahlend nimmt sie es in Empfang. Noch ein kurzer, prüfender Blick, dann geht es weiter zum nächsten Stand. Natürlich ist der Lions-Flohmarkt nicht nur für die jüngsten Fans des Feilschens und Handels ein echtes Paradies, auch gestandene Mannsbilder und natürlich auch Frauen werden auf der Suche nach dem ultimativen Schnäppchen wieder zum "Kind".

Unter den Käufern sind Schnäppchenjäger, die ihren Ehrgeiz darin setzen, bestimmte Sammlerstücke zu ergattern. Diese hatten gleich zu Beginn des Flohmarkts vor der Tür gestanden, bevor die "Konkurrenz" alles abgegrast hat.
Das alljährliche Benefiz-Event richtet sich aber insbesondere an Leute, die nicht so viel Geld haben und sich dadurch vielleicht ein kleines Extra gönnen können. Darüber freuen sich diese Leute dann nicht nur selbst, sondern auch die Mitglieder des Lions-Clubs hinter den Verkaufsständen. Immer wieder schön ist auch die Freude der Kinder, wenn sie sich voller Stolz von ihrem Taschengeld einen kleinen Schatz kaufen. Natürlich nimmt man es seitens des Clubs beim Verkaufspreis nicht so genau. Schließlich ist man froh um jedes Teil, das man nicht wieder einpacken und mitnehmen muss.


Ein Platz zum Kennenlernen

Ein großer Teil der Besucher, der am vergangenen Samstag die Kühnlenzpassage durchstöberte, hatte aber kein bestimmtes Sammelgebiet. Viele wollten einfach bummeln, nette Leute treffen und in geselliger Runde ein Stück Kuchen essen. Wenn sie dann, als positiver Nebeneffekt, etwas Schönes zum Spitzen-Sonderpreis fanden, freuten sie sich und schlugen zu - Feilschen, Handeln und Smalltalk inbegriffen. Manche Besucher kauften auch Dinge, die sie gar nicht brauchten - einfach um den guten Zweck zu unterstützen.

Und wenn die Clubmitglieder einen guten Bekannten entdeckten, hatte der sowieso, so Lions-Präsidentin Daniela Wölfel bei der im Vorfeld abgehaltenen Pressekonferenz, "kaum eine Chance, ohne eine Tüte voller Schätze den Flohmarkt zu verlassen". Fest steht: eine Runde auf dem Flohmarkt war von der Zeitdauer schon fast mit einer Runde auf dem Freischießen zu vergleichen.

Und auch sonst hatte die größte nicht-professionelle Flohmarkt-Veranstaltung im Landkreis durchaus wieder ein wenig Volksfest-Charakter. Es waren gerade das Drumherum und das besondere Ambiente, die den Markt von Veranstaltungen ähnlicher Art abheben.