Drei Wochen dauert die berühmte Tour de France. Den Anspruch, einen solchen sportlichen Kraftakt zu bewältigen, möchte sich der Oberrodacher Oliver Skall sicher nicht setzen. Trotzdem können er und seine Wegbegleiter eine Besonderheit für sich beanspruchen: Sie frönen ihrem Hobby Radfahren mit einer Tour, die sogar schon acht Jahre währt. Und Etappe für Etappe bietet sie mehr Freude als die dreiwöchige Schinderei der Radprofis.

"Ich war zunächst kein großer Fahrradfahrer", gesteht Skall. Touren habe er nur selten unternommen. Lunte gerochen hat er dann, als eine ganz spezielle Idee im Freundeskreis Form annahm und letztlich auch realisiert wurde: die Kronach-Rotterdam-Tour. Auf den Spuren der heimischen Flößer machte sich die Gruppe um Skall Jahr für Jahr am Vatertag und am Folgetag auf, um eine Etappe dieser Strecke zu absolvieren.

Spaß geht auch nach Jahren nicht verloren

Wo die Tour in dem einen Jahr endete, wurde sie im nächsten fortgesetzt. Der Kreis der Teilnehmer - alle gute Kumpel - blieb, der Spaß ebenso. Rund 80 Kilometer legen die Hobby-Radler pro Tag zurück. "Das ist unser Ziel", stellt Skall fest.

"Wir sind mit ganz normalen Fahrrädern losgefahren. Zunächst am Main entlang in Richtung Bamberg", erinnert sich der Oberrodacher an die erste Etappe, die mittlerweile schon Jahre zurückliegt. Weiter ging es in Richtung Mainz, wo Main und Rhein zusammenfinden. "Inzwischen sind wir in Köln angekommen." Unterwegs haben die Ausflügler tolle Gegenden kennen gelernt. Und natürlich gehört der eine oder andere Stopp bei einer idyllischen Heckenwirtschaft auch fest zu den Fahrten.

Mittlerweile ist aus einem Radausflug pro Jahr für Skall auch deutlich mehr geworden. Wenigstens zwei-, dreimal die Woche versucht er heutzutage, mit Freunden oder Familie auf Achse zu sein. Gerne auch zum Abspannen nach der Arbeit oder mit den Kindern. "Das macht echt Spaß!", sagt er.

Das Hobby unterliegt aber auch bei ihm und seinen Mitstreitern einem Wandel. "Bis vergangenes Jahr war es bei uns verpönt, mit E-Bikes zu fahren", räumt Skall ein. Inzwischen hat sich ein Freund jedoch ein solches Rad gekauft - und Skall ist beim Ausprobieren auf den Geschmack gekommen. Mitte März holte er sich selbst ein E-Bike in seinen "Stall". Inzwischen ist er überzeugt: "Das macht richtig Spaß!"

E-Bike bewährt sich

Leistungsunterschiede fallen nicht mehr so ins Gewicht und der Radius der Ausflüge wird bei gleichem Zeitaufwand spürbar größer. "Früher hatten wir gedacht: ,Na ja, das ist halt wie Mofafahren‘", erinnert er sich an anfängliche Vorurteile. Diese Vorstellung hat er inzwischen längst abgehakt. "Da kann man schon noch ordentlich trampeln", stellt er schmunzelnd fest.

Die Folge: "Ein großer Teil der Freunde hat mittlerweile E-Bikes." Auch ihre Frauen hätten sich schnell mit diesen Rädern angefreundet. Im Zusammenhang mit den E-Bikes spricht der Oberrodacher sogar von einem Hype. Phasenweise sei es gar nicht so einfach gewesen, ein solches Rad zu bekommen. Nicht nur deswegen empfiehlt der Hobbyradler, sich einen Händler vor Ort zu wählen. Und ebenso bei Reparaturen am Fahrrad sei ein kompetenter Ansprechpartner vor der Haustür generell ein Segen.

Letzte Etappen stehen bevor

Doch zurück zur Kronach-Rotterdam-Tour: Am Vatertag hat heuer das Corona-Virus den Frankenwäldern dazwischengefunkt. Und in dieser Angelegenheit ging Skall und seinen Mitstreitern ganz klar die Gesundheit vor. Komplett abgehakt ist die Tour aber noch nicht. Vielleicht klappt es ja noch später im Sommer, ansonsten dann eben nächstes Jahr.

Denn die letzten Abschnitte von Köln bis Rotterdam möchte Oliver Skall schon noch absolvieren. Zumal er sich im Rheinland wieder viele sehenswerte Ecken für die Ausflugsfahrten erhofft. Und es sind voraussichtlich nur noch drei Fahrradtage bis zum Ziel. Da packt ihn der Ehrgeiz, da möchte er ebenso wenig aufgeben, wie die Profis auf der großen Schleife.

Tipp: Hilfreiche App

Oliver Skall sucht immer wieder nach Ausflügen und Touren, die ihn auf neue Wege führen und neue Einblicke bieten. Dabei ist er auf die App "komoot" gestoßen. Diese App richtet sich an Wanderer, Läufer und Radfahrer. Sie können sich damit Tourenvorschläge einholen, ihre Outdoor-Aktivitäten planen, sich navigieren lassen und schließlich ihre Erlebnisse teilen.