Es gibt eine irdische Himmelstür, bei der hiesige "Thin Lizzy"-Fans auf Wolke 7 schweben: Wenn die heimische Band "Pearly Gates", zu deutsch "Himmelspforte", ihre Tore öffnet, dann erklingen die Hits der irischen Rocklegende, wie "Waiting For An Alibi", "Rosalie" oder "Jailbreak".
Auf dem lokalen Rock'n'Roll-Olymp residieren fünf altgediente Recken der heimischen Musikszene, die seit über zehn Jahren im Brustton der Überzeugung jubilieren: "Thin Lizzy ist eine göttliche Hard-Rock-Band!" Das wollen sie den Musikliebhabern am Samstag, 12. Oktober, ab 20 Uhr beweisen: Auf Einladung des Kleinkunstvereins Tecnet Obermain spielen die fünf Musiker im Tecnet-Zentrum in Burkersdorf.
Die Wahl ihres eigenen Gruppennamens hat jedoch einen viel profaneren Hintergrund. Gitarrist Gregor Zech klärt auf: "Was für Blueslegende B. B. King seine Lucille, das ist für ,ZZ Top‘-Gitarrist Billy Gibbons seine Pearly Gates. Weil sie in seinen Ohren einen so himmlischen Klang hatte, gab Billy seinem Instrument diesem Namen." Zechs Bandkollege Dieter Dressel, der ebenfalls Gitarre spielt, hatte vor dem Altstadtfest 2002 den zündenden Einfall, die Formation nach der Gitarre des texanischen Musikers zu benennen.
Entstehung der Band "Ich hatte damals erfahren, dass für die große Sause in der Kulmbacher Altstadt eine Coverrockband gesucht wird", erinnert sich Sänger Christian Haller. Der Musiker, bekannt als Frontmann der Southern-Rock-Kapelle "Shark" machte Nägel mit Köpfen und scharte musikalische Freunde um sich: Seine Bandkollegen von "Shark", Gregor Zech und Dieter Dressel, sowie Bassist Volker Pezoldt von der Metalpunk-Combo "Tomorrow's Child" und Schlagzeuger Robert "Blacky" Schwarz, der einst bei "Geisha" trommelte. Sie alle eint die Liebe zum klassischen Hardrock der 70er und 80er Jahre, den sie ebenfalls in ihrem rund 60 Stücke umfassenden Coverrock-Programm haben, und zur Rockband "Thin Lizzy" im Besonderen.
Für die deutsche Musikzeitschrift "Musikexpress" war der leider viel zu früh verstorbene Sänger der irischen Formation, Phil Lynott, ein "aufregender und attraktiver Rock-Zigeuner". Was schätzen die fränkischen Musiker an ihm und seiner Gruppe? "Über runde Harmonien konnte Phil sein rauchig-relaxtes Timbre voll zur Entfaltung bringen", erklärt Zech fachmännisch. Und Haller, der einst als 16-Jähriger Phil Lynott bei einem Festival auf der Loreley bewundert hatte, ergänzt: ",Thin Lizzy‘ ist melodiöse Hard-Rock-Musik ohne großen Schnickschnack, die schnell ins Ohr geht."
Haller und Zech wollen ihre Fans mit erstklassigen Live-Konzerten beglücken, so auch in Burkersdorf. "Im Tecnet-Zentrum gibt es zwei Stunden lang die geballte Ladung ,Live & Dangerous‘, interpretiert von ,Pearly Gates‘", verspricht Haller.