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Oblaten kehren Kronach nach 106 Jahren den Rücken - "schmerzlicher Prozess"


Autor: Nele Nitschky

Kronach, Donnerstag, 17. Sept. 2026

Es habe sich nicht vermeiden lassen – das Oblatenkloster St. Heinrich wird noch dieses Jahr geschlossen. Das ist der Grund für die Entscheidung.
Seit 1920 leben und arbeiten die Oblaten in Kronach. Jetzt ist das Kloster St. Heinrich bald dicht.  Foto: Marco Meißner


106 Jahre lang haben die Oblaten in Kronach gelebt – doch jetzt ist Schluss. Noch dieses Jahr werde das bekannte Oblatenkloster St. Heinrich geschlossen. Die Provinzleitung der Oblatenmissionare hatte die Nachricht "mit großem Bedauern" im Juli 2026 in einer Mitteilung kundgetan.

Nun äußert sich auch die Pfarrei St. Johannes in den sozialen Medien. Die Geschichte der Oblaten in Kronach sei eine, "die weit über die Mauern des Klosters hinausreicht". Die Glaubensmitglieder, die in Kronach "gelebt, gebetet und gearbeitet" haben, seien eng mit den Menschen vor Ort verbunden. Sie hätten "Menschen begleitet, ihnen zugehört, sie in schweren Zeiten getröstet, in frohen Momenten mit ihnen gefeiert". Der Orden sei für viele "zu einem festen und vertrauten Teil unseres kirchlichen Lebens geworden", erklärt die Pfarrei. 

Deswegen verlassen die Oblaten Kronach

Der Grund für die Schließung des Klosters: Es gibt zu wenig Personal. Nach dem Tod von Pater Rudi Welscher gebe es nur noch einen einzigen Oblaten für den Einsatz in Kronach – Pater Alfons Schüling, der sich seitdem um die Seelsorge und den Betrieb des Klosters gekümmert habe. Wie die Provinzleitung in einer Pressemitteilung erklärt, müssten es nach den Regeln des Ordens für eine Niederlassung jedoch mindestens drei sein. "Es ist ein schmerzlicher Prozess, der  sich unter den gegebenen Umständen jedoch nicht vermeiden lässt", äußert Provinzial Pater Christoph Heinemann. Eine Versetzung von "mindestens zwei Mitbrüdern nach Kronach" sei nicht möglich.

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Die Schließung bedauere er trotzdem. "Die Menschen sind uns ans Herz gewachsen, und unser Verhältnis zum Erzbistum Bamberg, zur katholischen und evangelischen Gemeinde sowie zur Stadt Kronach war stets herzlich und von freundschaftlichem Vertrauen geprägt", teilt er mit. Mehr zu den Hintergründen der Schließung findet ihr auf unserem Schwesterportal Fränkischer Tag (Plus-Angebot).

Auch der Pfarrei St. Johannes falle der Abschied schwer. Sie spricht dem Orden ihren Dank für die letzten 106 Jahre aus. Dabei werden unter anderem "viele Gottesdienste", "Seelsorge", "offene Türen und offene Ohren" sowie "Freundschaft und Vertrauen" genannt. 

Das steckt hinter dem Oblatenkloster in Kronach

Bereits im Jahr 1920 kam der Oblaten-Orden nach Kronach. Seit 1927 lebt "eine kleine Oblatenkommunität" im ehemaligen Franziskanerkloster, wie es auf der Website der Mitteleuropäischen Provinz der Oblatenmissionare heißt. Die Niederlassung sei für den gesamten Frankenwald "zu einer Institution" geworden. Der Orden sei an der Klosterkirche für die Gestaltung der Gottesdienste, für die Beichte und die Seelsorgegespräche zuständig und außerdem in Seniorenhäusern in der Umgebung aktiv.

Die Verabschiedung fand am 13. September während eines Gottesdienstes statt. Die Pfarrei St. Johannes formuliert in ihrem Post: "Liebe Patres, wir verabschieden euch heute mit Wehmut, aber auch mit großer Dankbarkeit. Ihr geht – aber das, was ihr hier gesät habt, bleibt. Möge Gott euch auf euren weiteren Wegen begleiten. Und möge er auch uns die Kraft geben, das Gute, das durch die Oblaten in Kronach gewachsen ist, weiterzutragen."