Bürgerstiftung kommt

Stiftungsbeauftragter Andreas Schröer von der Sparkasse Kulmbach-Kronach informierte den Marktgemeinderat über das Stiftungswesen. Die Sparkasse betreut in Deutschland fast 500 Stiftungen, die große Rechtssicherheit für alle bietet. Der wesentliche Unterschied zwischen Stiftungsrecht und Vereinsrecht sei der, dass das Geld bei einer Stiftung immer darin bleibt und auch die Erträge daraus wieder in die Stiftung flössen. Bei einer Bürgerstiftung kämen Spenden und Zuwendungen der Bürger in den Topf. Die Spenden müssten hier innerhalb von zwei Jahren ihrem Zweck zugeführt werden. Entschieden, was mit den Erträgen gemacht wird, werde in der Stifterversammlung bzw. dem Stiftungsrat, dem die Gemeinderatsmitglieder und auch Bürger angehörten.
Andreas Schröer merkte an, dass es eine Broschüre speziell für Nordhalben geben werde, falls die Bürgerstiftung zustande kommt. Die Kampagne der Sparkasse Kulmbach-Kronach für Neugründungen von Bürgerstiftungen in den Gemeinden sei auch mit Geldzuwendungen verbunden. So werde jede Bürgerstiftung mit 5000 Euro bezuschusst. Nordhalben wäre die erste Gemeinde im Landkreis Kronach, die dies in Anspruch nehmen könnte. Nach Rückfragen erklärte Andreas Schröer, dass es keine Schwierigkeiten gebe, den Nordhalben Fonds beizubehalten. "Es sind zwei verschiedene Dinge, die nebeneinander bestehen", so Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW), der von einer Bürgerstiftung überzeugt ist. Die Mindesteinlage von 10 000 Euro sei auch zu erreichen, vor allem nachdem von der Sparkasse ja 5000 Euro kommen, so Pöhnlein. Das Gremium sprach sich einstimmig für die Gründung einer Bürgerstiftung aus.
Ehrung: Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) gratulierte Christian Zimmermann als bestem bayerischen Absolventen im Ausbildungsberuf "Elektroniker für Geräte und Systeme". Seine Ausbildung hat er bei Loewe in Kronach absolviert. Seine Leistungen wurden mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung gewürdigt.
Nordwaldhalle: Bernd Daum (FW) legte da, dass nach Überprüfung der Nutzungsentgelte für die Nordwaldhalle eine Erhöhung unbedingt notwendig sei. Man wolle dies aber in einem vertretbaren Rahmen tun und stelle eine Erhöhung von zwölf Prozent für den Stundensatz in den Raum. Für die einheimischen Vereine bleibe das Nutzungsentgelt dann auch deutlich günstiger wie für auswärtige Vereine. Außerdem werden die Bauhofstunden in Rechnung gestellt, wenn diese anfallen. "Der Bauhof wurde die ganze Zeit nicht berücksichtigt, diese Kosten haben immer gefehlt", so Daum. Man einigte sich einstimmig darauf, dass die Überprüfung der Kosten mindestens alle zwei Jahre erfolge, wenn der Rechnungsprüfungsausschuss die Notwendigkeit sieht, auch jährlich.


Splitter aus dem Gemeinderat


Nikolausmarkt Um die erheblichen Kosten rund um den Nikolausmarkt, wie zum Beispiel die Reinigung in der Nordwaldhalle einigermaßen in den Griff zu bekommen, wurde einstimmig beschlossen, einen Eintritt zu verlangen. Dieser beträgt pro Person und Tag einen Euro, Kinder bis 14 Jahre haben freien Zutritt.

Allwetterplatz Michael Büttner (FW) sprach über die Instandsetzung des Allwetterplatzes, der als Sportstätte und Treffpunkt der Jugend reaktiviert werden soll. Das Hauptproblem ist der Belag, der von einer Fachfirma speziell gereinigt werden muss. Danach wäre eine Nutzung zum Beach Volleyball, Fußball, Volleyball, Tennis, Tischtennis und Leichtathletik wieder möglich. Dies ist natürlich mit hohen Kosten verbunden. "Ich habe bereits einen Sponsor gefunden. Der Lions-Club Kronach hat zugesagt, den kompletten Sand im Beach Volleyballfeld auszutauschen und eine Outdoor-Tischtennisplatte zu finanzieren", sagte Büttner. Viele Arbeiten gerade im Außenbereich können selbst erledigt werden. Dazu ergeht eine Einladung zu Arbeitseinsätzen am morgigen Freitag von 14 bis 17 Uhr und am kommenden Samstag von 8.30 bis 11.30 Uhr.

Trinkwasserverluste Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) informierte darüber, dass man im Bauhof verschiedene Geräte zur Lecksuche bei Trinkwasserverlusten ausprobiere. Nachdem die Kosten bei externen Firmen sehr hoch sind, wäre es sinnvoll, die Arbeiten selbst durchzuführen. Dazu müssten die Geräte angeschafft und Personal geschult werden. Ein großes Problem seien die alten Hausanschlüsse.

Mahnmal Hans Blinzler (CSU) informierte das Gremium über den Stand der Dinge bezüglich des eventuellen Mahnmals für die Verbrechen in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges. Auch in Nordhalben hat es hier einen Vorfall gegeben. Für den Gemeinderat war klar, dass hier etwas gemacht werden muss, gerade jetzt, wo der Krieg seit 70 Jahren vorbei ist. Blinzler sagte, dass es in Kronach auch so ein Mahnmal an einem Baum gebe, es sei ein schlichtes Kreuz, das an das Leid der Bevölkerung und der Soldaten erinnere. Es wurde beschlossen, bis zur nächsten Sitzung zu überlegen, was man in Nordhalben machen wird, ein geeigneter Platz in der Fichtera in Richtung Skilift sei bereits gefunden.

EDV-Arbeiten Der geschäftsleitende Beamte Joachim Ranzenberger erläuterte, dass seit 2007 die Datenverarbeitung komplett über das Rathauspersonal läuft. Die Aufgaben wurden aufgeteilt, sind jedoch in den letzten Jahren so vielfältig geworden, dass dies neben der normalen Arbeit nicht mehr zu leisten sei. "Allein die zahlreichen Software-Updates beanspruchen schon viel zu viel Zeit. Von den Serverproblemen und technischen Ausfällen gar nicht zu reden", sagte Ranzenberger. Auch bei der überörtlichen Rechnungsprüfung sei dieses Problem bereits beanstandet worden. Um die Verwaltung zu entlasten, den EDV-Aufwand geringer zu halten und den Datenschutz sowie die Notfallfürsorge zu gewährleisten, wurde ein Angebot von der Anstalt für kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) eingeholt. Einstimmig wurde vom Gremium beschlossen, die Arbeiten an die AKDB zu vergeben. sd