"Für die Jugend haben wir ein sehr vielfältiges Angebot. Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, was alles wegfällt", sagt Eva Ament, die sich seit 15 Jahren beim DLRG-Ortsverband Küps engagiert. Jetzt am Wochenende würde der jährliche Ausflug ins "Palm Beach" stattfinden. Er ist nicht die erste Gemeinschaftsaktion des Küpser Ortsverbands der DLRG, der seit Beginn der Corona-Pandemie ausfällt.

"Bald wäre unser Badefasching gewesen. Um Ostern führen wir außerdem immer eine Flusssäuberung an der Rodach durch", zählt die Ausbilderin auf. "Auch das Pfingstanschwimmen in Bamberg und die Wachdienste mit dem Jugendeinsatzteam fallen weg", ergänzt Stefanie Mesch, die für die Betreuung der Wettkampf- und Rettungsschwimmer zuständig ist.Vor allem das Zusammensein hat laut Ament im vergangenen Jahr sehr gefehlt. "Egal ob beim Zeltlager oder beim Pfingstanschwimmen."

Ausgefallene Schwimmkurse

Neben den gemeinsamen Aktionen konnte auch das wöchentliche Training den größten Teil des Jahres nicht stattfinden. "Das Training ist immer am Donnerstag und am Samstag. Wenn wir uns auf Wettkämpfe vorbereiten, trainieren wir zusätzlich am Sonntag", sagt Mesch.

Zum Training am Samstag würden normalerweise 40 bis 50 Kinder und Jugendliche kommen. "Das Training am Samstag orientiert sich stark an den Schwimmabzeichen. Für alle, die Wettkämpfe schwimmen wollen, gibt es das Training am Sonntag. Donnerstag trainieren die Rettungsschwimmer." Zwischen den beiden Corona-Lockdowns konnte das Training nur unter bestimmten Auflagen stattfinden. "Maximal waren 20 Schwimmer plus Betreuer vor Ort. Um die Abstände besser einhalten zu können, wurden außerdem jeweils zwei Bahnen zusammengelegt", sagt Mesch. Wie Ament erklärt, sei das Training am Samstag hierfür auf drei Einheiten aufgeteilt worden.

Schwimmkurse ausgefallen

Ament war sehr dankbar darüber, dass im Sommer die Freibäder offen hatten und zumindest vorübergehend ein normales Schwimmtraining möglich war. "Feste Termine und Zeiten sind wichtig, um die Kinder und Jugendlichen bei der Stange zu halten. Die Motorik muss trainiert und das Zusammengehörigkeitsgefühl aufrecht erhalten werden."

Dass das Hallenbad wieder geschlossen hat, findet Ament dramatisch. Nicht nur, weil das Training für die junge Leute wegbricht, sondern auch, weil die Schwimmkurse für Kinder nicht wie gewohnt stattfinden konnten.

Alle Altersklassen gemeinsam

"Im Herbst haben wir versucht, einen Kurs unter strengen Hygieneauflagen anzubieten. Dann kam der zweite Lockdown", bedauert Ament. Sie hat Sorge, dass die Zeit fehlen wird, die Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren schwimmtechnisch ordentlich auszubilden. "Wir hoffen, dass es bald wieder möglich sein wird, die Bäder aufzumachen und normale Kurse und Training anbieten zu können." Bei den Schwimmkursen für Kinder sind immer zwei Helfer aus der Jugend vor Ort. "Die Jungs haben eine sehr große Vorbildfunktion für Kinder. Die Kinder reagieren sofort auf die Hinweise der Jungs", berichtet Ament von den Schwimmkursen.

Wenn die Kurse abgeschlossen sind, würden die Kinder oft das Training der DLRG besuchen. Das Gemeinschaftsgefühl ziehe sich im Ortsverein des DLRG Küps durch alle Altersklassen. "Die Großen ziehen die Kleinen mit. Das Zusammengehörigkeitsgefühl zieht sich bei uns durch alle Altersgruppen", erzählt Stefanie Mesch über den DLRG-Ortsverband.

Bayern Challenge: Zehn Teilnehmer der DLRG Küps gewinnen Medaille

Da die Corona-Pandemie auch vor den Lebensrettungsorganisationen und den Freunden des Rettungssports nicht Halt gemacht hat, mussten in diesem Jahr die Bezirks- und Landesmeisterschaften im Rettungsschwimmen abgesagt werden. Auch die Bayerischen Freigewässermeisterschaften konnten nicht stattfinden.

Wettkampf über zwei Monate

Um den Aktiven im Rettungssport trotzdem die Möglichkeit zu bieten, sich in diesem Jahr zu vergleichen, schrieb die Bayerische DLRG-Landesjugend die "Bayerische Challenge im Rettungsschwimmen" aus. "Wir haben in kurzer Zeit eine Möglichkeit auf die Beine gestellt, dass sie trotzdem ihre Leistungen und Zeiten schwimmen konnten", sagt Betreuerin Stefanie Mesch stolz.

Der Wettkampfzeitraum erstreckte sich über sechs Wochen vom 28. September bis 8. November 2020. Geschwommen wurden die Einzeldisziplinen der jeweiligen Altersklassen (Jugend und Senioren) jeweils in den heimischen Bädern dezentral in ganz Bayern. Der DLRG Ortsverband Küps nahm mit 14 Rettungssportlern an der Challenge teil und kann stolz auf viele gute Platzierungen sein:

AK 11/12 w: 1. Platz Lilly Stägemeier, 3. Theresa Mesch und 5. Leni Michel

AK 11/12 m: 3. Lukas Büttner und 5. Jakob Schopf

AK 15/16 w: 1. Helen Schopf und 2. Anna Ament

AK 15/16 m: 1. Konstantin Mesch, 3. Moritz Michel, 4. Sebastian Marx und 5. Florian Büttner

AK 35 m: 1. Sebastian Kretz und 2. Michael Schedel

AK 50 m: 1. Stephan Stägemeier

Insgesamt belegten die Teilnehmer des OV Küps zehn Medaillenplätze. Auch die besten Fotos der Veranstaltungen wurden belohnt. Hier holte sich Johannes Ament mit fünf Bildern über und unter Wasser den Sonderpreis.

"Die Bayern Challenge war sehr wichtig für uns. Wir mussten die Zeiten einschicken, und im zweiten Lockdown konnten wir die Urkunden und Medaillen dann mit einem Nikolauspäckchen zu den Kindern ausfahren", sagt Mesch.

Ausbilderin Eva Ament war als Kampfrichterin im Einsatz: "Die Schwimmer mussten sechs Einzeldisziplinen absolvieren, davon wurden jeweils vier gewertet. Die Bedingungen waren wie bei einem richtigen Wettkampf." red