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Nach Ölunfall in Sägewerk im Kreis Kronach: Auch halbes Jahr später wird noch vor Verunreinigung gewarnt


Autor: Agentur dpa, Redaktion

Steinwiesen, Freitag, 18. März 2022

In einem Sägewerk im Kreis Kronach ist ein Fass aufgeplatzt. Daraufhin sind Hunderte Liter Öl in die Rodach geflossen. Aktuell bestehen immer noch Warnungen wegen der massiven Verunreinigung.


Nach einem Ölunfall in einem Sägewerk sind Hunderte Liter einer ölhaltigen Flüssigkeit im Landkreis Kronach in die Rodach gelangt. Auch ein halbes Jahr später warnt das Landratsamt noch vor dem Verzehr von Fischen aus der Rodach und dem Main.

Update vom 18.03.2022 um 16.15 Uhr: Weiterhin Verzehrverbot von Fischen aus Rodach und Main

Aufgrund der Gewässerverunreinigung an der Rodach vom 27. September 2021 im Bereich Erlabrück kommt es weiterhin zu Beeinträchtigungen der Gewässerqualität stromabwärts in der Rodach sowie im Bereich des Mains nach Zufluss der Rodach. Das berichtet das Landratsamt Lichtenfels am Freitag (18. März 2022). Es handelt sich um ein Teeröl-Stoffgemisch. "Dieses riecht stark, verbreitet sich über das abfließende Flusswasser, setzt sich aber auch auf der Gewässersohle ab", heißt es. 

Daher wird für den Landkreis Lichtenfels bis zum Vorliegen neuerer Erkenntnisse derzeit folgendes empfohlen:

  • Für den Bereich der Rodach bis zur Mündung in den Main gilt bis auf Weiteres das Verzehrverbot für Fische sowie die Empfehlung zur Kontaktvermeidung mit dem Wasser in der Rodach fort. 
  • Für den Main ab der Rodachmündung inklusive angeschlossener Seen, Fischteiche, etc.wird die Warnung zur Kontaktvermeidung mit Wasser aufgehoben. Das Verzehrverbot für Fische gilt weiter.
  • Bei Aufenthalt an den Gewässern (Rodach und Main ab der Rodachmündung) empfiehlt es sich, auf äußere Eindrücke (Geruch, Öl-Schlieren usw.) zu achten.

Nach Einschätzung der Behörden besteht für Gartenbrunnen keine Gefahr mehr.

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Update vom 07.10.2021 um 16.30 Uhr: Fachgutachter vor Ort

Seit Mittwoch, 6. Oktober 2021, ist ein Fachgutachter mit der Ermittlung und Beurteilung des Schadens nach einer Gewässerverunreinigung an der Rodach sowie der Prüfung von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Einsatz. Hierbei sollen auch Vorschläge zur Gewässersanierung erarbeitet werden. Sobald dem Landratsamt Kronach hierzu erste Erkenntnisse vorliegen, wird die Behörde entsprechend informieren.

Betroffene haben weiterhin die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen und Hinweisen bezüglich der Gewässerverunreinigung an das Landratsamt Kronach zu wenden.

Ursprüngliche Meldung vom 28.09.2021: Massive Verunreinigung nach Ölunfall

Die Ermittlungen ergaben, dass in einem Sägewerk in Steinwiesen-Erlabrück beim Umlagern ein Fass aufgeplatzt war. Die Feuerwehr richtete daraufhin Ölsperren ein, die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren gegen den 83 Jahre alten Sägewerksbesitzer ein. Wie groß der Umweltschaden nach dem Vorfall vom Montagabend war, war vorerst unklar, zunächst blieb es bei einigen toten Fischen.

Bestehende Warnungen nach massiver Verunreinigung

Eine Woche später meldet das Landratsamt Kronach ein Update zu dem Vorfall. Ein aktueller Untersuchungsbericht der Bayerischen Landesamtes für Umwelt bestätigt, dass das Gewässer "massiv mit Teeröl und Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) verunreinigt" wurde, wie es in der Mitteilung vom Dienstag (5. Oktober 2021) heißt.

Weitere Ergebnisse gebe es bisher noch nicht. Allerdings gelten weiterhin Warnungen für den gesamten Bereich der Rodach von Erlabrück bis zur Mündung in den Main sowie für den Main im Landkreis Lichtenfels inklusive angeschlossener Seen und Fischteiche. Es dürfen nach wie vor keine Fische verzehrt werden. Zudem sollte grundsätzlich der Kontakt zum verunreinigten Wasser gemieden werden - das gilt für Menschen und Tiere. Darüber hinaus sollten keine Gartenbrunnen in der Nähe der betroffenen Gewässer genutzt werden.