CSU-Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, der in 2017 wiederum das Direktmandant für den Wahlkreis Kronach/Coburg im Bundestag anstrebt, war der Hauptredner der Veranstaltung, die im Historischen Rathaus stattfand.

"Es ist mir eine Ehre, heute hier sprechen zu können", sagte Michelbach. Seine Rede war gespickt mit Lobesworten für die heimischen Unternehmer und für die Menschen in seinem Wahlkreis. "Ich bin von der Stärke der Region und seiner Menschen tief überzeugt."

Michelbach ging auf die Bundespolitik ebenso ein wie auf die Situation im Landkreis. In diesem Zusammenhang sprach er unter anderem von der Gewährleistung der Inneren Sicherheit, der Bewältigung der Energiewende, von der Digitalisierung und Industrie 4.0, von der Flüchtlingskrise etc. Zugleich warb er um Vertrauen in die Politik.


Innovative Wirtschaft

Den Landkreis Kronach sah er auf einem insgesamt guten Weg, nicht zuletzt wegen einer funktionierenden und innovativen Wirtschaft. Michelbach erwähnte Erfolge, wie beispielsweise die Errichtung einer Finanzhochschule für Beamte und das Innovations-Zentrum Kronach oder die Etablierung des Betreuungsnetzwerkes "Lebensqualität für Generationen".

Rund 110 Millionen Euro Fördergelder hätten in den vergangenen zehn Jahren im Landkreis Kronach 420 Millionen an Investitionen hervorgerufen. Hinzu kämen Mittel aus der Städtebauförderung, erinnerte er.


Neue Herausforderung

Der 67-Jährige sprach von seinen Zielen in der Region für die nächste Legislaturperiode. Dazu gehört für ihn, dass die wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen voran gebracht werden. Die Herausforderung, die mit der Halbierung der Wertschöpfungskette durch die Digitalisierung kommen werde, müsse durch Wachstum und Innovationen ausgeglichen werden.

Michelbach sprach auch die Standortqualität für Unternehmen an. Dazu gehört für ihn der Ausbau der Infrastruktur. Erfreut äußerte er sich, dass im neuen Bundesverkehrswegeplan der Landkreis Kronach mit mehr als 200 Millionen Euro als nordbayerischer Investitionsschwerpunkt für Infrastrukturmaßnahmen berücksichtigt ist. "Das sind Bausteine der Standortförderung und Beschäftigung."


Nicht akzeptabel

Einsetzen will sich der Abgeordnete für die Einführung einer bundesweiten Netzentgeltregelung, um die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrie in der Region erhalten zu können. Die bisher geltenden Regelungen, wonach die Region beim Netzentgelt gegenüber Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg benachteiligt werde, könne er nicht akzeptieren, zumal die Strompreise in Frankreich 50 und in Polen 70 Prozent günstiger seien. Weiterhin schwebt ihm der Landkreis als eine Fläche mit Technologiebetrieben vor, in denen ein intensiver Austausch mit Hochschulen praktiziert werde.

Insgesamt ist es Michelbachs Ziel, einen Kronacher Raum zu schaffen, in dem Maßnahmen für Bildung, Unternehmergeist, Leistungen und Eigenverantwortung unterstützt werden. "Entwicklungen dürfen nicht durch Wettbewerbsnachteile und zunehmende Bürokratie erdrosselt werden."

Eingangs hatte der stellvertretende Vorsitzende der Frankenwald-CSU, der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn, die Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Landrat Klaus Löffler begrüßt. Die Gegenwart bezeichnete Korn als einen "Dauer-Ausnahmezustand". Das Weltklima sei rauer geworden. Er sprach aber auch von Hoffnung und forderte die Verantwortlichen und auch die Bürger auf, ihren Beitrag für ihre Heimat zu leisten mit dem Ziel, diese ein Stück weit besser zu machen.
Die stellvertretende Vorsitzende und Zweite Bürgermeisterin der Stadt Kronach, Angela Hofmann, erwähnte Erfolgsprojekte wie das neue Feuerwehrgerätehaus in Kronach. Als Problem bezeichnete sie die Leerstände in der Innenstadt. Die Stadt werde sich hier etwas einfallen lassen müssen. Und sie stellte klar, dass die Stadt Kronach von ihren Menschen lebt.

Für die musikalische Umrahmung des CSU-Neujahrsempfangs am Freitag sorgte die "Bruch Blech Brezel Big Bier Bickler"-Band.