Künftig wird im Kronacher Rathaus an der Maschine bezahlt
Autor: Sandra Hackenberg
Kronach, Mittwoch, 12. August 2020
Das Kronacher Rathaus schafft einen Bezahlautomaten für die Stadtkasse an. Das Landratsamt hat gerade nach 13 Jahren in ein neues Gerät investiert. Technik-Skeptikern zum Trotz bieten die Automaten allerhand Vorteile.
Die Technik hat ihre Tücken und nicht jede Innovation ist sinnvoll. Doch sind Mensch und Maschine erst einmal miteinander warm geworden, kann der ein oder andere elektronische Helfer den Alltag durchaus erleichtern. Das hat nun auch die Kronacher Stadtverwaltung erkannt und will noch dieses Jahr einen Bezahlautomaten anschaffen. Der soll mehr Service für die Bürger bieten und gleichzeitig die Mitarbeiter in der Stadtkasse im Erdgeschoss des Rathauses entlasten.
Ein günstiger Spaß ist der elektronische Kassierer nicht: Rund 60 000 Euro hat der Landkreis Kronach gerade für seinen neuen Automaten locker gemacht. "Das erste Modell haben wir bereits 2007 angeschafft", erzählt der Kreiskämmerer, Marc Peter Biedermann. 13 Jahre gleichen in der technischen Entwicklung einer Ewigkeit: jüngere Betriebssysteme, neue Bezahlmethoden und die steigende Zahl an automatisierten EDV-Verfahren haben den altbewährten Automaten jüngst an seine Grenzen gebracht.
Da es bereits 30 000 Euro gekostet hätte, das alte Gerät aufzurüsten, hat der Landkreis entschieden, lieber gleich in ein neues Modell zu investieren. Seinen Dienst hat der alte Automat in jedem Fall getan: Wie der Kreiskämmerer anmerkt, ist das Kronacher Modell vor seiner Auswechslung der dienstälteste in ganz Bayern gewesen.
Technik-Skeptiker argumentieren häufig, dass Maschinen die Arbeit von Menschen ersetzen und ihnen den Arbeitsplatz wegnehmen. Das war jedoch an der Landkreiskasse nicht der Fall. "Der Automat hat keinen einzigen Mitarbeiter überflüssig gemacht", betont die stellvertretende Kassenleiterin Ramona Grubert. Vielmehr hätten sie und ihre beiden Kollegen nun Zeit, sich auf andere Dinge zu konzentrieren.
Alle Zahlungen, die der Landkreis tätigt, laufen über ihre Abteilung. "Es ist nicht so, dass wir nichts zu tun hätten", erklärt sie mit einem Schmunzeln. Jeden Tag kommen alleine dutzende Bürger, um ihre KFZ-Gebühren zu bezahlen. Diese zeitraubende Arbeit erledigt nun meistens ihr rechteckiger Kollege.
Keine geschrotteten EC-Karten
Das neue Gerät hat Ramona Grubert bereits nach wenigen Wochen lieb gewonnen. Früher hätten viele Bürger ihre EC-Karte versehentlich in den Schlitz für Geldscheine gesteckt. Die Folge: ein defekter Automat und eine geschrottete Bankkarte. "Beim neuen Automat muss der Nutzer über das Display bewusst auswählen, ob er bar oder mit Karte zahlen will." Dadurch würden Missgeschicke seltener vorkommen.
Neben allerhand neuen Funktionen wie Bündeleinzahlungen und der Annahme von Zehn- und 50-Euro-Scheinen wissen die Mitarbeiter vor allem zu schätzen, dass von Bürgern eingezahlte Bargeldbeträge nun auch wieder für Auszahlungen zur Verfügung stehen. Das war beim alten Automaten mit zwei getrennten Geldkassetten nicht möglich, was zur Folge hatte, dass diese häufig aufgefüllt werden mussten. Wenn beispielsweise mehrere Asylbewerber ihre Grundleistung abgeholt haben, sei der Automat schnell leer gewesen.