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Junges Diebespärchen klaute Hund aus Kronacher Tierheim


Autor: Redaktion

Kronach, Freitag, 19. Februar 2016

Auf eine regelrechte Diebestour begab sich ein 21-Jähriger aus dem Landkreis Kronach im Sommer vergangenen Jahres.
Symbolfoto: David Ebener/dpa


Zum Teil begleitete ihn seine Ex-Freundin, eine 17-Jährige aus dem Landkreis Coburg. Am Freitag mussten sich die jungen Leute wegen Diebstahls in Tateinheit mit Sachbeschädigung vor dem Kronacher Amtsgericht verantworten.


Seit August in U-Haft


Vier versuchte und 18 begangene Diebstähle sowie gefährliche Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft dem 21-Jährigen vor. Neun Mal soll die junge Frau dabei gewesen sein beziehungsweise selbst lange Finger gemacht haben.

Die Taten wurden von Mai bis August verübt, seitdem sitzt der 21-Jährige in Untersuchungshaft. Die Angeklagten zeigten sich größtenteils geständig. Den Großteil der Einbrüche verübten sie in Wallenfels und Steinwiesen, aber auch das Stadtgebiet Kronach war betroffen. 1#googleAds#100x100

Binnen vier Monaten stiegen die jungen Leute sowohl in private Anwesen und Gartenhütten als auch in Sportheime, Freibäder und Firmen ein. Auch das Kronacher Tierheim oder der Bauhof wurden heimgesucht. Genauso bunt gemischt wie die Einbruchsorte war auch die Beute: Laptops, Fotokameras, Beamer, Nahrungsmittel oder Bargeld. Sogar eine Bibel, ein Kraftrad, ein Pokerkoffer und ein Hund wurden gestohlen.


Anklage auch wegen gefährlicher Körperverletzung


Der 21-Jährige soll allein 20 Mal im Landkreis eingebrochen sein oder es zumindest versucht haben.
Zwei weitere Freunde, die bei einem der Sportheim-Einbrüche dabei waren, wurden bereits im Dezember verurteilt (der FT berichtete). Der zweite Anklagepunkt lautete auf gefährliche Körperverletzung. Am 1. Mai soll der Angeklagte zusammen mit seinem bereits verurteilten Freund einen anderen Mann zu Boden geschlagen und getreten zu haben.

Von einem Hunde-Diebstahl, der der 17-jährigen Coburgerin zur Last gelegt wird, habe er noch nie gehört, meinte Jugendrichter Jürgen Fehn. "Ich wollte schon immer einen Hund haben", erklärte die Angeklagte das Motiv für die Tat. Zudem habe sie sich die Vermittlungsgebühr für den Kauf des Vierbeiners sparen wollen.


Im Auto übernachtet


Die Jugendliche erläuterte, dass sie damals öfters mit dem 21-Jährigen in dessen Auto übernachtet habe. Eines Nachts, so sagte sie, sei sie von einem Parkplatz aus alleine zum Kronacher Tierheim gelaufen und habe den mittelgroßen Mischlingshund namens "Bugs" gestohlen. Anschließend habe sie ihn mit in das Auto genommen und dort behalten.

Als die junge Frau durch die öffentlichen Aufrufe des Tierheims nervös wurde, wollte sie das Tier einen Tag später zur Polizei bringen. Das Pärchen kam nach eigenen Angaben auf die Idee, den Hund optisch zu verändern. "Er hatte geschorenes Fell und weiße Farbe am Hals", beschrieb ein Polizeibeamter das Aussehen des Hundes bei der Rückgabe.

Als die 17-Jährige bei der Polizei angab, den Hund gefunden zu haben, wurden die Beamten misstrauisch und kamen den beiden wenige Zeit später erstmals auf die Schliche.


Urteil am Montag


Den Entwendungs- und Sachschaden bei den Einbrüchen bezifferte die Anklage auf jeweils 13 000 Euro. Nur einen Widerspruch gab es. So teilte ein Zeuge mit, ihm seien Gegenstände im Wert von 5000 Euro aus dem Gartenhaus gestohlen worden, was der 21-Jährige jedoch abstritt.

Am Montag wird die Verhandlung fortgesetzt und voraussichtlich das Urteil gesprochen.