Druckartikel: Jubiläums-Krippenausstellung begeistert in Kronach die Besucher

Jubiläums-Krippenausstellung begeistert in Kronach die Besucher


Autor: Heike Schülein

Kronach, Sonntag, 03. Dezember 2017

Künstlerische Kleinode sind in der St.-Anna-Kapelle in Kronach zu sehen. Krippenbauer zeigen dort ihre ganz eigenen Interpretationen der Heiligen Nacht.
Wie unterschiedlich Krippen aussehen können, wurde auf der Krippenausstellung in der St.-Anna-Kapelle einmal mehr deutlich. Foto: Heike Schülein


Die 800-jährige Geschichte der szenischen Darstellung der Weihnachtsgeschehnisse mit Figuren zählt seit Franz von Assisi zu den schönsten Weihnachtbräuchen. Immer wieder faszinierend: diese Motive, diese friedvolle Ausstrahlung - egal ob traditionell oder modern! Auch bei der diesjährigen Krippen-Ausstellung der "Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Landkreis Kronach" sind ganz verschiedene ideenreiche Kreationen zu sehen.

So unterschiedlich diese auch sind, harmonieren sie doch prächtig miteinander - sehr zur Freude der vielen Besucher der bereits 30. Schau. Bei der Ausstellung mögen die Gäste Besinnung finden und Kraft schöpfen, wünschte KEB-Vorsitzender Heinz Hausmann bei der Eröffnung. Er bedankte sich bei den Ausstellern für die Möglichkeit, ihre Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen.


"Wir sind eine Krippenregion"

Die Ausstellung, die erstmals 1988 (damals in der Rathaus-Galerie, später in der Alten Markthalle) stattgefunden hat, gehöre zum Kronacher Weihnachtsmarkt einfach dazu und ziehe alljährlich unzählige Besucher an. "Wir sind eine Krippenregion", freute er sich. Von Anfang an sei es daher auch Gedanke und Wunsch gewesen, dass die Ausstellung in die Gemeinden im Landkreis hinaus strahlt. Mittlerweile gebe es in einigen Orten tatsächlich eigene Schauen.

"Was war das für eine Aufregung am letzten Wochenende, als beim Weihnachtsmarkt das Jesuskind aus der Krippe geklaut wurde", meinte Domkapitular Thomas Teuchgräber. Zunächst habe er an einen schlechten Lausbubenscherz geglaubt - als Hinweis darauf, dass der Weihnachtsmarkt aus kommerziellen Gründen vor dem Advent losgegangen sei. Wie auch immer; ein solcher Diebstahl sei nicht zu tolerieren. Die leere Krippe könne uns aber auch Anstoß zum Nachdenken sein.

So werde heuer in der Klosterkirche an allen Advents-Sonntagen eine leere Krippe stehen. Pater Werner Pieper wolle damit darauf aufmerksam machen, dass man eine Zeit der Vorbereitung brauche und erst Platz im Herzen schaffen müsse, bevor Jesus Christi darin einziehen könne. Allen Krippenbauern dankte er für den großen Zeitaufwand. Seine Neffen und Nichten besuchten ihn immer gerne zur Adventszeit, um mit ihm die Krippen zu betrachten.


Bedeutung der Krippenfiguren

Typische Krippenfiguren sind das Jesuskind, Maria und Josef, Ochs und Esel, wahlweise Hirten mit ihren Schafen, die Heiligen Drei Könige und Engel. Auf deren Bedeutung ging Stephan Renczes, pädagogischer Leiter der Bildungswerke Kronach, Lichtenfels und Coburg, ein. Das Zentrum, um das sich alles ausrichtet, ist das Jesuskind. Dieses erinnert durch die Wickelform an das Kreuz. Oft sieht man es mit ausgestreckten Armen - als Zeichen der Hilfsbedürftigkeit und der Annahme aller, aber auch als Symbol des Kreuzes.

Kronachs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann und stellvertretender Landrat Bernd Steger würdigten den Idealismus der Hobby-Krippenbauer und die Liebe, die sie in ihre Kunstwerke investierten. Krippen passen, so Hofmann, sehr gut in die Adventszeit - als Symbol christlichen Glaubens wie auch für Ehe und Familie.


Kinderkrippe mit Sand

Der Dank von Hauptorganisator Siegfried Schneider galt allen Ausstellern sowie allen, die die Ausstellung unterstützen. So seinem Mitstreiter Werner Müller, Stephan Renczes mit Petra Söhnlein für die Organisation und Vorbereitung wie auch dem "Kronach leuchtet"-Projektleiter Markus Stirn für die wunderbare Illumination. Insgesamt sind es heuer 16 Austeller zuzüglich der Krippe, welche die Familie Schmelzer der KEB schenkte, sowie den beiden Leihgaben der Pfarrei Kronach aus dem Nachlass von Pfarrer Hübner und der Familie Schreiber aus dem Nachlass von Heinrich Schreiber. Ein Holzschnitt des akademischen Bildhauers ziert auch das Plakat der Ausstellung.

Nicht fehlen darf die Kinderkrippe mit Sand und kleinen Spielfiguren - eine nette Idee von Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer. Mit dieser können die Kinder spielen, solange ihre Eltern die Krippen betrachten. Die stimmige musikalische Umrahmung der Eröffnung oblag erneut ehemaligen Kindern des Rosenberg-Kindergartens unter Leitung von Birgit Kestel.

Die Ausstellung ist noch an den Samstagen und Sonntagen am zweiten und dritten Advents-Wochenende jeweils von 15 Uhr bis 19 Uhr geöffnet.

Aussteller: Werner Müller (Kronach), Siegfried Schneider (Kronach), Bernd Schramm (Glosberg), Lukas Löffler (Kronach), Strickkreis der evangelischen Kirche Mitwitz, Erich Rudolf (Seelabach), Carmen Fößel (Küps), Matthias Karl (Knellendorf), Eveline Dorsch (Kronach), Stefan Bauer (Wallenfels), Erich Groh (Neuses), Margot Barnickel (Neuses), Veronika Klinger (Kronach), Michael Suffa (Pressig), Ralf Welsch (Hesselbach), Ingrid Tittel (Markleutgast), Familie Schmelzer (Schenkung der Krippe an KEB), Pfarrei Kronach (Leihgabe Krippe Pfarrer Hübner), Familie Schreiber (Leihgabe Krippe Heinrich Schreiber)

Rahmenprogramm: Zur Krippenschau hat die KEB erneut mit dem Büchertreff der Pfarrei St. Johannes Kronach ein Begleitprogramm erarbeitet.

Sonntag, 10. Dezember (14 Uhr) im Büchertreff: "Geschichten von Sternenkindern und Kerzenzauber". Lesung mit Melanie Esdorf,

Sonntag, 17. Dezember (14 Uhr ) im Büchertreff: "Wie feiert ihr denn Weihnachten?". Kronacher erzählen aus ihren Heimatländern.