"Sie glauben gar nicht, was die Leute alles in die Zugtoiletten reinstopfen. Ganze Toilettenpapierrollen und Unterhosen haben unsere Mitarbeiter in der Werkstatt schon aus den Rohren rausgeholt", berichtet Teilnetzmanager Hans Jürgen Wolf von DB Regio Nordostbayern. Weil wieder einmal Waggons wegen verstopfter Toiletten ins Bahnbetriebswerk nach Nürnberg überführt werden mussten und nicht rechtzeitig gesäubert werden konnten, war die Regionalbahn am Montagmittag zwischen Kronach und Ludwigsstadt ein bisschen kürzer als üblich. Zwei der fünf Wagen fehlten.

Dafür orderte Wolf auf die Schnelle zwei Busse, die bis Pressig bzw. Ludwigsstadt fuhren und schickte auch zwei Mitarbeiter von DB-Sicherheit zum Bahnhof, die die Schüler auf diesen Schienenersatzverkehr der besonderen Art hinweisen sollten. Wolf hoffte, dass die Busse besser angenommen würden als das vor einiger Zeit der Fall war, als - wegen der Klagen über überfüllte Züge - Busse bereitgestellt wurden. "Die Busse waren leer, die Züge weiterhin überfüllt", rekapitulierte Hans Jürgen Wolf.

Der Teilnetzmanager hatte am Montag früh sehr schnell reagiert, als klar war, dass zwei der fünf Wagen an den Zug nicht angehängt werden konnten. Er informierte umgehend per Mail Marc Peter Biedermann vom Verkehrswesen des Landratsamts Kronach. Der wiederum setzte die Schulen in Kenntnis und bat, die Schüler per Durchsage auf die Ersatzbusse hinzuweisen. So ganz scheinen die Durchsagen bei den Schülern nicht angekommen zu sein, denn die allermeisten warteten am Gleis 1 auf den kurzen Zug. Zwei Mitarbeiter von DB-Sicherheit waren extra aus Bamberg nach Kronach beordert worden, um die Schüler auf die bequeme Fahrmöglichkeit mit den Bussen hinzuweisen. Doch ihr Appell blieb meist ungehört. Die Kinder zogen es vor, im vollbesetzten Zug zu stehen als in einem der Busse zu sitzen. Der Dreiachser bis Ludwigsstadt war bei der Abfahrt zwar vollbesetzt, im Zweiachser bis Pressig waren noch einige Sitze leer.

Rückspülen klappt manchmal

Hans Jürgen Wolf bezeichnete verstopfte Zugtoiletten als sehr ärgerlich. Oft werde dies mutwillig verursacht. Man setze bereits anderes Papier, das sich schneller auflöse, ein. Aber trotzdem würden die WCs verstopft. Wenn die Toiletten wegen Verschmutzung gesperrt werden müssten, führe das bei Fahrgästen zu Verärgerung, die am Zugpersonal ausgelassen werde. Deshalb ziehe man es vor, solche Wagen erst gar nicht einzusetzen. Bevor sie zur Reparatur nach Nürnberg gebracht würden, versuche man vor Ort, die Rohre der Toilettenanlage wieder freizubekommen. Das sei oft per Rückspülen möglich. Sei der Pfropf aber zu fest im System verkeilt, dann müsse der entsprechende Wagen ins Bahnbetriebswerk nach Nürnberg gebracht werden.