Fressen gegen die Verbuschung
Autor: Maria Löffler
Kronach, Mittwoch, 29. August 2018
Ziegen und Schafe sorgen auf der Fränkischen Linie dafür, dass Kalkmagerrasen- und Muschelkalkflächen frei bleiben.
Als in den 1980er Jahren Wanderschäfer entlang der Fränkischen Linie ihre Arbeit einstellten, verbuschten viele Flächen in kürzester Zeit. Der Landschaftspflegeverband Frankenwald für den Landkreis Kronach setzt jetzt unter anderem auf die Beweidung durch Schafe und Ziegen. Die Vierbeiner fressen sich quasi durchs Gebüsch und sorgen so für offene, freie Kalkmagerrasen- und Muschelkalkflächen. Geschützt werden sollen dadurch wertvolle und seltene Arten wie der Deutsche Enzian, die Mücken-Händelwurz, eine Orchidee oder die Rotflügelige Schnarrschrecke.
Positive Effekte
Der Blick über den Steilhang am Wanderweg der Fränkischen Linie oberhalb von Fischbach ist atemberaubend. Und genau hier grasen seit einigen Wochen die 14 Ziegen von Johannes Welscher aus Mostrach. Auf einer Fläche von rund 7000 Quadratmetern freuen sie sich ihres Lebens, denn sie tun einfach das, was sie am besten können: fressen und klettern.
"Das hier gefällt ihnen", ist sich der junge Landwirt sicher. "Sie mögen steile Hänge, und Büsche gibt es hier genug. Das ist und bleibt nun mal die ursprünglichste aller Haltungsformen von Ziegen." Und mit einem Blick auf den Litze-Zaun, der seine Tiere drinnen und übereifrige Wanderer draußen hält: "Der Aufbau war schon eine Viecherei. Aber das ganze Projekt hat wirklich positive Effekte, vor allem in der Öffentlichkeit."
Unklar dagegen sei noch, wie lange die Tiere in Fischbach ihre "Ferienfreizeit" verbringen, denn im Winter müssten sie auf jeden Fall wieder heim nach Mostrach, so Johannes Welscher.