Seit 1549 ist Wallenfels selbstständige Pfarrei. Immer wieder bauten die Wallenfelser neue Gotteshäuser, die oftmals zerstört oder ein Raub der Flammen wurden. Die Kirche St. Thomas wie sie heute über der Stadt thront, erfuhr ihre Grundsteinlegung am 28. Mai 1861 und wurde am 15. August 1869 geweiht.

Einige Renovierungen folgten, unter anderem der Einbau der Heizung und der neuen Kirchenbänke. Die letzte große Aktion wurde 2009 abgeschlossen und seitdem erstrahlt die Kirche innen und außen im neuen Glanz.
Der Kirchenführer, den der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis in jahrelanger Arbeit erstellt hat, zeigt die vielen einzigartigen Schätze in der Pfarrkirche.

Franz Behrschmidt ging auf einige dieser Besonderheiten ein. So sind die Kirchenfenster ein Blickfang, der so im gesamten Bistum Bamberg nicht zu finden ist. Alle wurden von Wallenfelser Bürgern Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gestiftet, oftmals von denjenigen, die nach Amerika ausgewandert waren.

Neben dem Hochaltar, in dessen Mitte heilige Thomas seinen Platz gefunden hat, sind die beiden Seitenaltäre sehenswert. Es sind neugotische Flügelaltäre und sie stellen die Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes (links, Muttergottesaltar) sowie des glorreichen Rosenkranzes (rechts, Auferstehungsaltar) da.

Eine Gedenktafel ist im vordern Teil des Kirchenschiffes angebracht für den großzügigen Stifter des Gotteshauses, Bartholomäus Behrschmidt. Eine Besonderheit in der Kirche ist auch der Kreuzweg, der nicht wie gewohnt rechts beginnt, sondern links vom Muttergottesaltar aus seinen Anfang nimmt.

Drei Monstranzen

Die Pfarrei besitzt drei wertvolle Monstranzen, die jede eine Reliquie enthält. Eine kleine silberne Monstranz in neugotischer Form beinhaltet eine kleine Reliquie des heiligen Sebastian und wird seit Mitte der 1990er Jahre zur Sebastiansprozession mit getragen.

Das Kreuz mit der Reliquie des Bistumsheiligen Kaiser Heinrich II ist mit zwei grünen und zwei roten Edelsteinen geschmückt, zeigt vorne die Reliquie und die Rückseite ist durch ein rotes Siegel verschlossen. Die größte der drei Monstranzen soll Reliquien vom Kreuz Christi und den Gebeinen der zwölf Apostel enthalten.

Sie ist etwas ganz Besonderes, aus Gold und Silber hergestellt und sie hat zwölf Strahlen als Symbol für die zwölf Apostel. Eine Urkunde des Erzbischof von Larissa (Griechenland) aus dem Jahr 1790 bestätigt die Echtheit der in der Monstranz enthaltenen Reliquien.

Das Besondere an dem neuen Kirchenführer ist, dass er sich auch für Kinder eignet. Annegret Hümmrich ist es in Kapitel 3 "Ein Gang durch die Kirche - für Kinder erklärt" gelungen, den Kindern die Pfarrkirche St. Thomas so nahe zu bringen, dass jeder sagen kann "Wir haben eine tolle Kirche, da kommen wir öfter her".

In einfachen, kindgerechten Worten werden einzelne Dinge wie die Orgel mit ihren "Rohren", die Heiligen Sebastian und Florian und der Altarraum erklärt. "Ich habe diese beiden Heiligen ausgesucht, weil unsere Kinder damit etwas verbinden können. Es gibt die Sebastiansprozession jedes Jahr und St. Florian gehört zur Feuerwehr", sagt Annegret Hümmrich.

Philipp Müller ging den langen Weg von der Idee zum Kirchenführer bis zu dessen Vollendung in kurzen Worten nach. Bereits kurz nach der Gründung des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises 1998 waren die Mitglieder dabei, Bücher über ihre Heimat Wallenfels zu verfassen.

Das erste Highlight war "Wallenfels geprägt von Wald und Wasser" und es folgten noch zwei weitere. Nach einer schöpferischen Pause wurden der Heimatkalender entwickelt, der auch für 2015 wieder erworben werden kann. Es galt, eine neue Herausforderung zu suchen und so kam die Idee zum Kirchenführer auf.
Man wartete die Außen- und Innensanierung ab, die 2009 abgeschlossen war und machte dann mit der Planung und den Manuskripten weiter.

Gerührt verfolgte Pater Jan Poja die Vorstellung des Kirchenführers. Besonders freute es ihn, dass das Werk auch für Kinder geeignet ist.

Für Bürgermeister Jens Korn ist die Arbeit des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises nicht fremd. Er ist dessen Zweiter Vorsitzender. "Die Idee der sieben Gründungsmitglieder lebt und die Saat ist aufgegangen" sagte er.

Den Kirchenführer kann man erstmals am Wochenende bei "St. Thomas leuchtet" kaufen. Er kostet dann drei Euro und später 3.50 Euro.