Saiblings-Filet, Muskatkürbissuppe, Gartenstadtsellerie vom Grill, gegartes Strohschwein, Oeffner Käse, Frankenwald-Honigeis und abschließend eine gute Tasse Kaffee. Wem allein schon beim Lesen dieser Köstlichkeiten das Wasser im Munde zusammenläuft, der ist beim "Frankenschmaus im Detsch'n Haus" am 26. Oktober in Haig richtig. Mit dem 7-Gänge-Menü mit Zutaten ausschließlich aus Franken findet das gleichnamige P-Seminar des KZG seinen Höhepunkt.

Das sich über eineinhalb Jahre erstreckende P-Seminar startete mit Beginn dieses Schuljahres. Während das erste halbe Jahr der Berufsorientierung diente, arbeiten die 14 Schüler seit sechs Monaten auf das kulinarische Highlight hin. Die Aufgaben beziehungsweise Arbeitsbereiche wurden in verschiedene Gruppen unterteilt. Die Fäden der Teams Küche, Service, Marketing und Kalkulation laufen bei den beiden Projektleiterinnen Katharina Kopp und Sandra Neder zusammen. Die jungen Leute zeigten sich insbesondere überrascht von der Vielfalt und Qualität der "vor der eigenen Haustüre" angebotenen Speisen und Lebensmittel, die in dieser Form nicht immer so wahrgenommen oder wertgeschätzt würden. Aus dem "Bestem des Besten" stellten die Elftklässler das 7-Gänge-Menü zusammen, das besondere Geschmackserlebnisse verspricht.

Den Hauptgang bildet ein "feines Stück vom fränkischen Strohschwein im Malz-Pale-Ale-Sud - gegart mit Bioland-Gemüse und Schockerla". Eingebettet ist dieser in eine Vorspeise mit "Saiblings-Filet aus dem Franken-Hanf-Rauch mit Bamberger Bio-Salat, Kren und Hölbela" sowie anschließend einer "Muskatkürbissuppe mit zimtigen Sauerteig-Brotstücken" und als Zwischengang "Gartenstadtsellerie vom Grill mit Karamell-Walnüssen und gehobelter Birne".

Im Käsegang erwartet alle Feinschmecker "Oeffner Käse mit Hutzelbrot und Cadolzburger Haselnüssen", während sich alle Liebhaber süßer Köstlichkeiten danach auf "Frankenwald-Honigeis mit Zigarren-Apfelstrudel, Storath Schokolade, Trauben und Sonnenblumen" freuen dürfen. Zur Verdauung gibt es "Einkorn-Kaffee mit Storath-Praline".

Wie die Schüler einräumen, standen sie daheim bislang selbst weniger hinter dem Herd. Dennoch und vielleicht gerade deshalb habe sie der Inhalt des P-Seminars sehr angesprochen. "Ich komme ja aus der Landwirtschaft. Mich interessieren schon die Hintergründe", erzählt Sandra Neder und verweist dabei auf das Schlagwort "Slow Food", das für genussvolles, bewusstes, gesundes und regionales Essen steht und eine Gegenbewegung zur Mainstream-Küche und Fast Food darstellt.

Zubereitet wird das sehr aufwendige Menü unter sachkundiger Anleitung vom Team des Landgasthofs Detsch in Haig, dem der besondere Dank aller Teilnehmer für die große Unterstützung gilt. Im Gasthof wurden in einem Testlauf alle Gerichte schon einmal gemeinsam durchgekocht und der Geschmack ein wenig angepasst. "Alles hat sehr gut geschmeckt", versichert Studienrat Ralf Rüger, der als Lehrkraft das Seminar betreut.

Entstanden ist die Seminar-Idee auf Anregung beziehungsweise gemeinsam mit der IHK, ist doch Rüger Ansprechpartner des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums für den Arbeitskreis Schule/Wirtschaft.

Während vor allem das Team Küche (Jonathan Wachter, Jonas Schülner, Bastian Zapf und Jonas Völk) beim Probekochen schon mal zu großer Form auflief, erhielt das gleichnamige Team einen Crash-Kurs in Sachen "Service". "Das Servieren ist nicht einfach. Das fängt schon an, von welcher Seite aus man überhaupt bedient", sind sich Noemi Schneider, Luis Punzelt, Jannick Heim und Julian Kestel einig. Auch das Eindecken mit der richtigen Anordnung des Bestecks für mehrere Gänge musste ihnen erst gezeigt werden. Natürlich muss auch der Preis des "Frankenschmauses" kalkuliert werden. Hierfür zeichnen Niklas Roth und Adrian Pohl verantwortlich.

Hilfe von den Profis

Um das unverzichtbare Marketing kümmern sich Ben Bauerfeind und Leon Köstner, die Flyer entworfen haben und die Veranstaltung auch über facebook bewerben. Natürlich ging es auch hier nicht ohne Hilfe vom Team Detsch , sollte ja das Menü möglichst "schmackhaft" beschrieben werden. Dabei taten sich bei manchen fränkischen Wörtern gar einige Fragezeichen auf. Weder die Gymnasiasten noch ihr Lehrer kannten beispielsweise den Begriff "Hölbela" (Preiselbeeren). Zu einem rundum gelungenen Abend gehört natürlich auch die musikalische Umrahmung, die Weise dem Musiklehrer Mario Götz und Schülern des KZG obliegt. Die Antwort auf die Frage, ob die jungen Leute nunmehr auf den Geschmack gekommen sind und zuhause auch öfters den Kochlöffel schwingen, fällt eher zögerlich aus. Immerhin zieht es einen Teilnehmer eventuell an die hiesige Tourismusschule Franken.

In den Genuss dieses Mahls können insgesamt 55 Feinschmecker kommen. Der Preis inklusive Getränke beläuft sich auf 59 Euro pro Person. Beginn ist um 18 Uhr. Weitere Infos gibt es auch in facebook unter "Fränkischer Abend Detsch". Vorreservierungen beim Landgasthof Detsch sind bereits möglich.