Sie ist locker, die Stimmung im Kaiserhöfer-Zelt. Es wird gescherzt und gelacht. Und das, obwohl im Festzelt weder Musik spielt noch Bier fließt. Die gute Laune der Brauerei-Mitarbeiter, hat einen anderen Grund: Die Zufriedenheit mit dem, was sie bereits geschafft haben. "Wir sind heuer richtig gut in der Zeit", sagt Braumeister Thomas Kaiser.

Alle 95 Tische und die doppelte Anzahl Bänke stehen zu diesem Zeitpunkt bereits im Zelt. Es fehlen nur noch die etwa 45 Garnituren des Außenbereichs. Und das ist knapp eine Woche vor dem offiziellen Abstich noch nicht alles: Auch die Fahnen vor dem Gebäude sind bereits gehisst, die Technik hinter der Schankanlage angeschlossen und am Tresen wird ebenfalls fleißig gearbeitet. Auf der Grundlage eines Logistikplans, der bereits Monate vorher begonnen hat.


Nachbearbeitung sehr wichtig

"Nach dem Freischießen ist vor dem Freischießen", sagt Uli Kaiser, der als Geschäftsführer der Kronacher Brauerei maßgeblich für die Planungen verantwortlich ist. Er meint damit: Eine genaue Nachbearbeitung ist sehr wichtig. "Wir schreiben uns zum Beispiel auf, was verbesserungsfähig war oder welche Bands für gute Stimmung sorgten." Diese Notizen bilden die Grundlage, wenn es bereits einige Monate vor dem Freischießen an die konkrete Planung geht. Kaiser: "Dann fragen wir das Personal an, ob es wieder mitmacht, buchen Bands und ermitteln den Bedarf an neuen Krügen, die wir bei einer Münchner Firma bestellen."

Ist das erledigt, gibt es bis Ende Mai eine kleine Planungspause. Dann gehen die Biermarken in den Druck. Etwa 12 000 Stück, die im Regelfall alle verkauft werden.

Im Juli folgt der Aufbau der Ausschankhütte und des überdachten Freisitzes. In den ersten Augusttagen wird die Halle gereinigt. Außerdem installieren einige der 30 Mitarbeiter, die bei Kaiserhöfer mit dem Freischießen zu tun haben, Dekorationen und bauen Zäune auf.


Das Gewimmel der Schausteller

Dabei ist die Kaiserhöfer-Truppe ein kleiner Teil eines großen Gewimmels. An allen Ecken und Enden des Platzes wird rangiert und gehämmert. Während manche Schausteller noch anreisen und Wohnwagen einparken, arbeitet man daneben mit großem Gerät. Und zwischendrin geht es schon um den Feinschliff. "Es kann eigentlich losgehen", sagt Ralf Schmidt vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), der am Dienstag im "Glückshafen" noch Staub fegt. Eine der letzten Arbeiten an der Losbude, die umfangreich restauriert wurde. Unter anderem mussten Belag und Unterkonstruktion erneuert und neue Ausstellungsvitrinen angeschafft werden. Nun werden die über 50 000 Gewinne wieder attraktiv präsentiert, um Einnahmen für den guten Zweck zu erwirtschaften.

Um den "Glückshafen" herum bewirtschaftet die Parti-GmbH seit 2012 das Schützenhaus und das zweite Festzelt. "Bis 17. Juli sind wir auf dem Schützenfest in Lichtenfels vertreten. Danach herrscht bei uns drei Wochen Hochbetrieb für das Freischießen", sagt Geschäftsführer Tobias Heinlein.


Hochbetrieb für die Parti-GmbH

In Woche 1 stehen grobe Arbeiten an - Streichen, Grundreinigung, Einlagerung. "Wir haben einen festen Zeitplan zum Punkt X hin", sagt Heinlein, der weiß, dass vieles den Besuchern gar nicht auffällt. So zum Beispiel, die 500 Meter Netzwerk- und 300 Meter Starkstromleitungen, die verlegt werden.

Die Personalplanung werde traditionell am Wochenende vor dem Anstich abgeschlossen. Am Montag und Dienstag geht es dann um die Installation der Ausschanktechnik und den Aufbau der Bierbänke. Denn schon am Mittwoch um 15 Uhr soll alles fertig sein. Heinlein: "Danach wollen wir nur noch Preisschilder anbringen."

Einen Testlauf gebe es nicht. Große Bedeutung habe jedoch die abschließende Besprechung morgen um 16 Uhr. Heinlein: "Die Mitarbeiter erhalten eine Einweisung und werden von einem externen Experten in Sicherheitsfragen geschult."

Ab Donnerstag sitzen die Gäste dann auf dem Bier (Franken Bräu am Schützenhaus, Gampert im Festzelt). Ein kleines Pumpwerk bringt es unterirdisch vom 60 Meter entfernten Faßanstich zum Schankwagen. Elf Tage lang, ehe am Montag danach wieder abgebaut wird. Oder wie Tobias Heinlein sagt: "Dann ist Rückstunde null."