Die Hühner der Steinacherin lieben Spaghetti
Autor: Cindy Dötschel
Kronach, Mittwoch, 26. Februar 2020
In Barbara Laschkas Garten leben zwölf Hennen, die nicht nur weiße Eier legen.
Mit einem gelben Futternapf läuft Barbara Laschka auf den Eingang des knapp 200 Quadratmeter großen Geheges in ihrem Garten zu. Als sie das Tor öffnet, stehen ihre zwölf Hennen bereits gesammelt am Eingang und warten auf ihr Frühstück. "Meine Mädels hören mich schon her laufen und wissen genau, dass es Futter gibt", sagt sie und stellt den Napf ab.
Die Steinacherin hat bereits seit Jahren eigene Hühner. "Damals, als die Kinder klein waren, hatten wir einen Hahn und zwei Hennen." Seitdem kann sie keine gekauften Eier mehr mit Genuss essen. "Unsere Damen kriegen kein Antibiotikum und keine Pestizide sondern nur, was bei uns selbst auch auf den Tisch kommt. Sie lieben Spaghetti", berichtet Laschka. Seit Jahren musste sie kaum Essensreste wegwerfen. Außer Zitrusfrüchten fressen ihre Hennen eigentlich alles. Zusätzlich zu den herkömmlichen Lebensmitteln füttert sie außerdem Körnerfutter und etwas Legemehl.
Eier in sämtlichen Farben
Früher durften die Hennen sich auch außerhalb ihres Geheges aufhalten. "Der Nachbarshund hat dann immer die Schnauze auf die Hühner gelegt und sie so sanft am Boden festgehalten, bis wir sie wieder holen", sagt Laschka und lacht. Mittlerweile hält sie "ihre Mädels" ausschließlich im Gehege. Dort gibt es neben zwei Unterständen und einem Baum auch einen abgetrennten Bereich mit Sand: "In ihrer Wellness-Oase wälzen sich die Hühner immer im Sand und pflegen so ihr Gefieder."
In der Regel legen die Hennen nur in den ersten beiden Lebensjahren regelmäßig Eier. "Wir behalten sie trotzdem bis an ihr Lebensende und werden sie nicht schlachten oder selber essen." Ihre älteste Henne ist vier Jahre alt und legt noch ein bis zwei Eier pro Woche. "Manchmal holt sich ein Raubvogel oder der Fuchs ein Huhn", bedauert Laschka, die am Waldrand wohnt.
Beim Blick in den Kühlschrank der Steinacherin wird der Unterschied zu den gekauften Eiern besonders deutlich. "Die Eier sind unterschiedlich groß und grün, braun oder weiß - bei mir ist eigentlich das ganze Jahr über Ostern."
Acht wichtige Fragen rund um das Thema Huhn
1. Wie viel Platz braucht ein Huhn?
Grundsätzlich wird ein Stall sowie ein Auslauf im Freien benötigt. Der Stall dient den Hühnern zum Schlafen und als Rückzugsort. Unter Dach sollten auf einem Quadratmeter maximal drei Tiere gehalten werden. Dazu muss man noch Platz für Tränke, Sandbad, Futterstelle und Legenester zur Verfügung stellen. Im Garten sollte man etwa fünf bis zehn Quadratmeter je Tier einkalkulieren. Je mehr Freilauf, umso besser. Auch weil glückliche Hühner mehr Eier legen als gestresste Tiere.
2. Wie viele Hühner halten?
Das hängt von den Gründen ab, warum man eigene Hühner halten möchte. Zur Versorgung einer vierköpfigen Familie mit Eiern sollte man sich vier bis sechs Hühner anschaffen. Ein durchschnittliches Rassehuhn legt circa 180 bis 220 Eier im Jahr. Wer sich Hühner als Haustiere für die Kinder anschafft, kommt schon mit zwei Tieren aus. Das ist auch das Minimum. Weil man Hühner nicht allein halten kann. Sie sind soziale Tiere, die in Gruppen zusammenleben.