Die beliebtesten Vornamen 2019: In der Kürze liegt die Würze
Autor: Sandra Hackenberg
Kronach, Freitag, 10. Januar 2020
Kronacher Eltern mögen es bei der Namensgebung für ihren Nachwuchs eher knapp. Fast alles ist erlaubt - doch es gibt auch Grenzen.
Sollte es in ein paar Jahren im Kindergarten eine Gruppe mit Lenas, Emmas, Bens und Emils geben, wäre das nicht verwunderlich. Bei den genannten Vornamen handelt es sich um die häufigsten, die von Eltern im Kreis Kronach 2019 vergeben wurden. Was all diese Namen gemein haben: Es gibt keine Kurzform.
So geht Platz 1 der beliebtesten Vornamen bei den Mädchen an Lena - die Kurzvariante von Helena, der "strahlend Schönen". Beim drittplatzierten Jungennamen Ben - der Bedeutung nach ein "Glückskind" und Dauerbrenner bei Kronacher Eltern - handelt es sich um die Kurzform von Benjamin.
"All diese Namen können nicht gekürzt werden und sind bei den Eltern nach wie vor beliebt", weiß der Kronacher Standesbeamte Harald Suffa-Blinzler. Das Risiko, dass das eigene Kind einen zuweilen ungeliebten Spitznamen verpasst bekommt, ist somit minimiert.
Auch bei den Zweitnamen halten es Kronacher Eltern gerne kurz: "2018 wurde 270 Kindern nur ein Vorname gegeben. Im vergangenen Jahr waren es schon 306 - bei 456 Kindern, die hier geboren und damit im Kronacher Standesamt registriert wurden", berichtet Suffa-Blinzler.
Der Standesbeamte hat schon manches Kuriosum erlebt: "Einmal haben Eltern ihr Kind Neo nennen." Den Namen habe der 58-Jährige nicht gekannt. "Für mich war das die altgriechische Vorsilbe ,neu‘." Der Vater habe ihn dann gefragt: "Kennen Sie denn den Film Matrix nicht?"
So eine Namensschöpfung ist noch harmlos in Vergleich zu anderen, die Eltern in Deutschland ihren Kindern bereits gegeben haben. Da wären Filou, Nussi oder Sheriff - um nur einige zu nennen.
Beliebt sind auch Namen von Filmfiguren, wie Tarzan, Winnetou, Schneewittchen und Cinderella. Sie alle wurden genehmigt. "Die Geschmäcker der Gestecker sind verschieden", weiß Suffa-Blinzler.