Sie sind ein notwendiges Übel: Lärmschutzwände, die uns links oder rechts auf vielen Fahrstrecken begleiten. Über eine Länge von insgesamt 640 Metern ziehen sie sich auch an der neuen Ortsumgehung von Zeyern entlang, meist auf einer Höhe von 2,50 Metern. Doch sie können auch wachsen und noch viel größer in die Landschaft ragen.

Bis auf vier Meter mussten sie entlang der Zeyerner Wand erhöht werden. Das geschah allerdings nicht wegen ihrer architektonischen Schönheit, sondern war reines Mittel zum Zweck. Sie dienen in diesem Bereich als "Überflughilfen" für Fledermäuse, die sonst bei unterschiedlichen Höhen von Lkws oder Pkws keine Richtpunkte mehr hätten. So "geleitet" man sie gefahrlos über die Bundesstraße.

Das jedenfalls erzählt Projektleiter Stefan Fößel vom Staatlichen Bauamt in Bamberg, Servicestelle Kronach. Er gab ein Update über den Stand des Projektes und freute sich, "dass die Arbeiten in vollem Gange sind". Über ein Jahr Zeit habe man ja schon verloren, bedauerte er. Zeit, die man nicht mehr einholen könne. Aber so habe Corona auch sein Gutes, denn durch den reduzierten Straßenverkehr könne man ungestörter arbeiten.

Es läuft also bei der neuen Verkehrsführung der B 173. Und weil Theorie Stefan Fößel nicht ausreicht, gab es im Freien einen anschaulichen Lagebericht bis hin zu "gebohrten Gründungen", kombinierten Einrichtungen, Fundamenten und Aluminiumkassetten bei Lärmschutzwänden. "Die Grundkonstruktion ist erkennbar", freute er sich und lobte den guten Fortschritt. "Dieses Jahr wollen wir auf jeden Fall mit der Maßnahme fertig werden."

Ob das nur Optimismus ist oder auf harten Fakten beruht, wird sich in Kürze zeigen. Auf jeden Fall sind er und sein Team zuversichtlich. Vor allem Bauoberrat Jens Laußmann nickt und weist auf die eine oder andere Tatsache hin. Auf jeden Fall will man nächste Woche die Frostschutzschicht aufbringen und im Anschluss die Asphaltlage. Ab Mai werde dann die Verkehrsführung geändert, um Anschlussarbeiten durchzuführen.

Roßlach wird angebunden

"Es genügt ja nicht, Straßen zu planen, sie zu bauen und abschließend einfach zu asphaltieren", beschreibt er das Gesamtprojekt. "Da gehört schon rundherum viel mehr dazu." Und was, das erklärte Projektleiter Stefan Fößel im Anschluss. "Es geht um die Ausstattung der Straßen, um die Markierungen, die Beschilderung etc." Auch der Rückbau von der alten Bundesstraße falle unter die Rubrik "nachgeordnet". Parallel zum Straßenbau läuft seitlich auch die Entwässerung. Und mittendrin kann es schon mal sein, dass man eine alte Eisenbahnbrücke abreißen muss. Auch die Gemeindeverbindungsstraße nach Roßlach wird erneuert und bekommt eine schicke Anschlussstelle zur Bundesstraße.

Am Ende gab Fößel noch einen kurzen Überblick über weitere Maßnahmen, die im Kronacher Landkreis geplant seien. Hier nannte er die Vorbereitung zur Erneuerung der Staatsstraße 2209 von Kleintettau bis Alexanderhütte, der Staatsstraße 2201 zwischen Alexanderhütte und Sattelgrund, der Erneuerung der B 85 in Gundelsdorf, der Ortsdurchfahrt Gundelsdorf, der Erneuerung der B173 im Bereich Unterrodach und der Erneuerung der B85 in der Ortsdurchfahrt in Pressig.