Bahnhof geht an die Firma Rauschert

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Der Bahnhof in Pressig wurde an die Firma Rauschert verkauft. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der Bahnhof in Pressig wurde an die  Firma Rauschert verkauft. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Rund um die Station Pressig-Rothenkirchen waren einst 400 Beschäftigte im Einsatz. Dort wurden auch die Züge neu rangiert, ehe sie bis 1989 über die Grenze in die DDR fuhren. Jetzt wurde das Gebäude verkauft.

Das geschichtsträchtige Bahnhofsgebäude am ebenso historisch bedeutenden Güter-Umschlag- und Personenverkehrs-Bahnhof Pressig-Rothenkirchen im Frankenwald wechselte bei einer Auktion den Besitzer und befindet sich nun im Eigentum der ortsansässigen Firma Rauschert GmbH. Die Firmenleitung von Rauschert wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht über eine zukünftige Nutzung des Gebäudekomplexes äußern. Für Werksleiter Roland Neubauer war es nahe liegend, das Gebäude zu erwerben, da es unmittelbar an die Liegenschaften des Traditionsunternehmens Rauschert angrenzt.

Seit Monaten wurde das einst mit Leben pulsierende Gebäude nicht mehr von der Bahn genutzt. Als letzte Bastion war noch eine Fahrdienstleitung im Bahnhofsgebäude untergebracht, aber auch diese schloss im Sommer dieses Jahres ihre Pforten.

Im 1885 erbauten Bahnhofsgebäude (in diesem Jahr wurde auch der Schienenverkehr am Pressiger Bahnhof aufgenommen), waren viele Menschen tätig.


5000 bis 6000 Güterwaggons



Zu Glanzzeiten waren in dem dreigeschossigen Gebäude eine Wohnung für den Bahnhofsvorsteher im Obergeschoss, im ersten Stock Büros für Vorstand, Bahnhofs- und Güterverwaltung sowie im Erdgeschoss eine Hauptkasse, ein Fahrkartenschalter, der Warendienst und die Wagenmeisterei untergebracht. 1#googleAds#100x100 Allein durch die Wagenmeisterei wurden im Monat etwa 5000 bis 6000 Güterwaggons rangiert, die dabei auch vom Zoll untersucht und geprüft wurden, ehe sie der richtigen Lokomotive zur Weiterfahrt zugeteilt wurden. Dafür waren ständig ein Rangiermeister, zwei Rangierer und ein Lokführer im Einsatz. Diese Szenen spielten sich abseits des Personenverkehrs ab.

Pressig-Rothenkirchen war Zugbildungsbahnhof - das heißt dort wurden alle Güterzüge neu gebildet. Die Interzonenzüge von München nach Berlin und umgekehrt wurden vom Pressiger Zugpersonal in Probstzella übergeben oder von dort abgeholt.

Dies alles aber ist endgültig Vergangenheit. Von einstmals 14 Gleisen blieben nur fünf bis sechs zur Nutzung für den heutigen Zugverkehr übrig. Personal ist nicht mehr anzutreffen - die Elektronik steuert den gesamten Zugverkehr.