Viele Ideen wurden und werden in Nordhalben entwickelt und durchgeführt. Ein etwas anderes Projekt als alles Dagewesene findet zurzeit im Frankenwaldort statt. Vier Künstlerinnen und Künstler der Essener Galerie AUF arbeiten im alten Schulhaus für und mit den Bürgern von Nordhalben.


"Dauerhaftes Künstlerhaus"

Es werden Arbeiten entstehen, Malereien, Zeichnungen, Skulpturen und Installationen, die irgendwie alle auf den Ort Nordhalben bezogen sind. Die Nordhalbener Bürger werden insoweit aktiv ins Geschehen einbezogen, als die Künstler ihre Inspirationen direkt im Ort holen, mit den Einwohnern in Kontakt kommen und ihnen die Gelegenheit geben, vorbei zu kommen und bei der Arbeit über die Schultern zu schauen. Angestoßen wurde dieses Projekt von Nordhalben Aktiv, kurz NohA genannt. Nordhalben als Künstlerdorf, so sieht die Vision aus. Ein dauerhaftes Künstlerhaus soll entstehen mitten in Nordhalben. Dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann, ist klar. Aber mit dieser Aktion wurde ein Anfang gemacht.
Sofort begeistert von der Idee des Künstlerdorfes war Volker Ullenboom. Er war bereits bei der HolzArt 2015 im Frankenwaldort und hat sich, nach seinen eigenen Worten, "sofort in den Ort verliebt. "Ich will Nordhalben mit allen Sinnen genießen und dies auch in meinen Skulpturen zeigen", sagt der Künstler und schlägt auch sofort mit dem Beil weiter am Fichtenstamm, den gerade der Forstbetrieb Nordhalben gestiftet und geliefert hat. Und so entstehen Skulpturen, die ein Auge, die Nase, das Ohr und einen Finger zeigen, eben mit allen Sinnen durch den Ort gehen und ihn in sich aufnehmen.
Aktiv einbinden, das versucht auch Irmgard Niederreiter, die eine Installation erarbeitet, bei der sich die Kinder der vierten Grundschulklasse aktiv miteinbringen. "Die Schüler und Schülerinnen haben Selbstpor traits von sich gemalt. Einmal wie sie sich jetzt sehen und einmal wie es in 20 Jahren aussieht", erzählt die Künstlerin Irmgard Niederreiter. Was dabei herausgekommen ist, wird bei ihrer Abschlusspräsentation zu sehen sein.
Ganz anders arbeitet Victor Cleve. Für ihn steht Nordhalben als Klöppelmetropole im Vordergrund. Über seinen Malereien thront ein Wahlspruch "Frauen, die die Fäden in der Hand halten". Dies interpretiert der Künstler einmal auf die herkömmliche Weise. Die Frau, die klöppelt. Die Frau, die Fäden in der Hand hält und etwas daraus fertigt. Die Frau, die sozusagen handwerklich tätig ist. Aber man kann auch mehr hineinlegen in das Thema. Es sind in der Geschichte der Menschheit immer schon Frauen gewesen, die die Geschehnisse beeinflusst haben. Sei es aktiv oder im Hintergrund. Sie haben sozusagen "die Fäden gezogen". Es heißt nicht nur deshalb "hinter jedem starken Kerl steht eine starke Frau". Victor Cleve setzt sich mit diesem Thema mit Ernst und Humor auseinander. Seine Bilder begeistern durch die Farbenpracht und die Umsetzung des Klöppelwesens auf jedem Bild.
Um Martin Schlenger in der alten Schule zu erreichen, muss man schon Glück haben. Er ist meist unterwegs in den Straßen und Gassen von Nordhalben. Der Ort ist für ihn ein "Spitzendorf". Nein nicht im Sinne der Klöppelspitzen sondern den Spitzen auf den Häusern, den Schattenspitzen auf den Straßen, die geheimnisvolle Muster ergeben. Martin Schlenger prägt sich alles ein, um es dann mit Papier und anderen Materialien in eine Art "Landkarte" zu verarbeiten. Es entstehen nicht nur die Wege, die er gegangen ist, sondern Eindrücke, die er gesammelt hat. Es zählt nicht, etwas Fertiges vorzustellen, sondern immer neue Formen zu finden, es ist die Entstehung, die ihn fasziniert.


Abschlussveranstaltung


Am morgigen Freitag, den 16. Oktober um 18.00 Uhr findet die öffentliche Präsentation der entstandenen Werke statt. Es ist eine Lesung und Musik geplant sowie eine spezielle Führung von Kindern für Kinder. sd