Alfred Klinger ist mehrfacher Lebensretter
Autor: Dominik Guggemos
, Dienstag, 22. Februar 2011
In Bad Rodach wurden rund 250 regelmäßige Blutspender geehrt, darunter 18 aus dem Landkreis Kronach, die zum Teil bis zu 125 mal Blut gespendet haben.
Alfred Klinger aus Marktrodach spendet seit 1973 Blut, genauso wie seine Frau. Männer dürfen fünfmal im Jahr Blut spenden, Frauen viermal. Und der 63-jährige Rentner Klinger, der als Übungsleiter sehr engagiert für den Turnverein Unterrodach aktiv ist, nutzt diese fünf Möglichkeiten. Wenn er mal einen Termin in seinem Heimatort verpasst "fährt man eben mal auswärts. Es gehört einfach dazu. Und danach kann man dann ja auch vergleichen, wie sich die obligatorischen kleinen Brotzeiten nach dem Blut spenden in den verschiedenen Ortsvereinen unterscheiden", erklärte der Marktrodacher im Gespräch mit unserer Zeitung.
Für Klinger hat sich in seiner langen Zeit als Blutspender auch schon eine Art Bekanntenkreis entwickelt. "Man trifft alte Bekannte, man weiß ja auch mit der Zeit in etwa, wann derjenige hingeht."
Die Motivation für den Marktrodacher ist so simpel wie einleuchtend: "Jeder erwartet, dass er im Krankenhaus Blut bekommt, wenn er es benötigt. Aber dann sollte man auch selbst gehen und sein Blut spenden." Ein weiterer wichtiger Punkt für Klinger: "Wenn es genug Blut gibt, ist auch der illegale Handel nicht mehr lukrativ." Außerdem hatte seine Mutter eine Krankheit, bei der sie auf Blutspenden angewiesen war. Dies hat dem 63-Jährigen gezeigt, "wie wichtig Blut für die medizinische Versorgung ist. Man kann es nicht künstlich herstellen, man benötigt es von den Menschen."
Ein weiterer Pluspunkt des regelmäßigen Blutspendens ist, dass man nebenbei eine Vorsorgeuntersuchung bekommt, da das Blut sehr intensiv untersucht wird, bevor es zum Einsatz freigegeben wird. "Und wenn man eine Krankheit hat, geben die dem Hausarzt oder einem selbst Bescheid", sagte der sportliche 63-Jährige unserer Zeitung.
Klinger ist auch überzeugter Organspender: "Man sollte meiner Meinung nach in Deutschland jeden als Organspender betrachten, der es nicht ausdrücklich ausschließt. Handys werden recycelt, aber der menschliche Körper wird verbrannt oder vergraben, obwohl vielleicht noch Organe dabei wären, die anderen Menschen das Leben retten könnten."
Da man in Deutschland bis zum Alter von 68 Jahren Blut spenden darf, wird Klinger noch eine Zeit lang mit seinem Blut anderen Menschen helfen. Auch wenn es mit der Medaille für 150 Blutspenden altersbedingt etwas eng werden wird.
Blutspender aus dem Kreis Kronach:
125-mal Stephan Fleischmann, Kronach, Wolfgang Puscz, Küps, Alfred Klinger, Marktrodach, Gerhard Michel, Steinwiesen
100-mal Brigitte Pepino, Mitwitz, Gerlinde Kühnlein, Steinwiesen, Wolfgang Thiem, Ludwigsstadt, Harald Nemitz, Steinbach/Wald, Friedrich Beetz, Stockheim, Kurt Hauck, Weißenbrunn
75-mal Monika Gunreben, Stockheim, Wolfgang Heller, Kronach, Franz-Josef Mahnert, Kronach, Thomas Zipfel, Küps, Klaus Wronna, Mitwitz, Dieter Froeba, Steinbach/Wald, Hans Beetz, Stockheim, Joachim Ranzenberger, Stockheim