Der Chor aus der Pfarrei "Maria Geburt" Glosberg feiert in diesem Jahr sein 25-jähirges Bestehen und seine 15-jährige Unterstützung von Misereor-Projekten. Deshalb berücksichtigten Chorleiterin Andrea Hart und Chorleiter Georg Kestel in ihrer Liedauswahl auch das Anliegen von Misereor und das diesjährige Leitmotiv "Das Recht ströme wie Wasser!"
Pater Maximilian begrüßte nach zwei Liedern zur Eröffnung und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass der Erlös zum einen Misereor zugute komme, zum anderen zur Deckung der Sanierungskosten des Pfarrheims. Martin Förtsch bedankte sich für die Gelegenheit, im Süden des Landkreises auftreten zu dürfen, und ging in seinen Impulsen auf das Thema und das Schwerpunktland der diesjährigen Fastenaktion, Brasilien, ein.
So provozierte er anfangs mit dem Wort des Propheten Amos, "weg mit dem Lärm deiner Lieder, dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach." Daraus folgerte Förtsch, dass der Chor einpacken müsste. Doch entschied sich der Chor, seine Lieder und die darin enthaltenen Botschaften zu präsentieren, in der Überzeugung, dass Amos zustimmen würde.
Der mehrstimmige Gesang von Liedern wie "Brot, das die Hoffnung nährt", "Wo beginnt der Weg zu dir, wenn wir hier nicht zu leben wagen" oder dem Gospel "Down To The River To Pray" sprach das Publikum an. Nach dem Fastenaktionsfilm, der auf zwei Misereor-Projekte in Brasilien hinwies, stand der Glauben an Gott und Jesus im Blickpunkt. "Lean On Me", "Leben mit Jesus hat Folgen" oder "We Are The World" waren unter anderem zu hören.
Zustimmenden Beifall rief ein Leserbrief von einem Arzt aus Sand am Main hervor. Unter der Überschrift "Franziskus öffnet uns die Augen" ging der Schreiber auf die Forderung des Papstes während seiner Mexikoreise ein: "Der Fluss des Kapitals darf nicht den Fluss und das Leben der Menschen bestimmen!" Den Schlussappell, wenn wir uns wirklich ändern wollen, sei jetzt der beste Tag dazu, nahm der Chor in den abschließenden Liedblock auf. In Liedern wie "Love Shine A Light In Every Corner Of Our Hearts" oder "Love Can Build A Bridge" wurde Hoffnung geweckt. Zuletzt kam die 107-jährige Maria Bibiana da Silva aus Pimental im Amazonasgebiet zu Wort. Sie gehört dem indigenen Volk der Munduruku an, deren Gebiet in akuter Gefahr ist, für einen riesigen Staudamm überflutet zu werden.
Mit dem Segensgebet, von Prälat Pirmin Spiegel (Misereor) verfasst und dem gemeinsam gesungenen Lied "Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da" endete das Konzert. Nach dem Dank von Pater Maximilian an das Team vom Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, das vorher zu Kaffee und Kuchen eingeladen hatte, und dem Chor bedankte sich das Publikum mit stehenden Ovationen. Als Zugabe gab es dann "Gänsehautgefühl" mit der Premiere des Liedes "Fix You". Gespendet wurden über 800 Euro.