Mal ehrlich: Ein wenig maulfaul sind wir schon, wir Franken. Zumal dann, wenn es sich - zumindest aus Sicht des Franken - um komplexe Wortgebilde handelt. Wie zum Beispiel das Wortungetüm "ungespundet".

Dieses Beiwort bei jeder Bierbestellung einer Kellnerin mit auf den Weg geben zu müssen, hielten die Stammgäste einer oberfränkischen Brauerei für unangemessen. Weshalb sich die Protagonisten irgendwann einmal darauf verständigten, es bei einem einfachen U für ungespundet zu belassen. Das erleichterte die Bierbestellung in der Stammkneipe ungemein.

Nachdem dem Franken aber selbst die Zahl "eins" nur schwer über die Lippen geht - hier steht ein kurzes, einfaches "a" als klarer Hinweis dafür, dass man nur ein Bier bestellen möchte - kommt der Franke bei der Bestellung eines ungespundeten Lagerbiers mit den zwei Vokalen a und u vollkommen aus.

Was einen Berliner ungemein begeisterte. Der durfte sich im betreffenden fränkischen Biergarten immer wieder die Bestellungen der Stammgäste anhören. "a U", tönte es ständig von allen Seiten. Dem Berliner gefiel das. Zumal er und seine Frau natürlich das gleiche Getränk kosten wollten, auf das die Einheimischen ganz offenkundig setzten. Er winkte der Bedienung und orderte zum Vergnügen der Umgebung "zwei 'a U' bitteschön!"