Mutzendorf oder Schlapphausen haben heute ebenso das Zeug zur Metropole wie Paris oder London, wenn man nur genug Bandbreite zur Verfügung hat. Wer weiß heute schon, in welchem Kuhkaff in Indien der Server steht, über den die NSA Merkels Handy anzapft oder das Bankgeheimnis der Schweiz emmentalerisiert wird? Insofern ist die Meldung aus der Bundeshauptstadt ein wenig ambivalent: Berlin bekommt als zweite Stadt weltweit eine eigene Internet-Domain, noch vor Moskau, New York oder Thiruvananthapuram. Die Weltstadt - oder ist es doch nur ein Kaff im Größenwahn? - firmiert im Internet nicht mehr etwa unter voelligpleite.de, sondern zum Beispiel so: schulden-sind-sexy.berlin
Nur die Weltstadt Wien hat Berlin im Rennen um die geilste Internetadresse abgehängt, was man den Österreichern gar nicht zugetraut hätte. Berlin hat's trotzdem besser. Wiens Oberhaupt Häupl taugt kaum für eine eigene Internetpräsenz, während sich mit Wowereit doch allerhand anfangen lässt. Der Partyführer heißt wowi-feiern.berlin, und Optimisten informieren sich unter dieser Adresse: flughafen-berlin.wo?wi?