S amstagmorgen. Wer heute nicht arbeiten muss, hat vermutlich zumindest eines: Gemütlich ausgeschlafen und den Wecker auf den Kopf gehaun. Die Fleißigen waren aber vielleicht auch schon 150 Kilometer Rennradeln oder Brötchen holen oder haben mit den Kindern gespielt oder gebügelt. Jetzt ist Frühstücken angesagt, in aller Ruhe. Endlich Wochenende! Wann sonst hat man so viel Zeit für Müßiggang! So viel Zeit?

Erstens: Das Programm ist voll mit - zusätzlich zu den morgendlichen Einstiegs-Aktivitäten - allerhand Einkauf, Baumpflege, Mathelernen mit dem Kind, Auffrischen sozialer Kontakte, kulturellen Verpflichtungen, Spargel schälen, Auto waschen. Zweitens: Für das Programm reicht die Zeit nicht aus, weil selbige Drittens zu schnell vergeht.

Sie winken ab? Weil Sie es besser wissen, lange geplant haben: Dieses Wochenende wird, muss, definitiv alles anders, besser werden. Erstens genug Zeit für die Pflicht und Zweitens für die Kür. In der Erkenntnis, dass jedes Jammern ein Ende, jede Willensbekundung einen Anfang braucht. Weil sich auch zu Beginn der vergangenen Woche wieder das gute, alte Montagsgefühl eingestellt hatte: Bäh. Hoffentlich ist bald Freitag. Deshalb soll sich das Warten endlich lohnen. Ab sofort alle Zeit der Welt am Wochenende. Träumerle, alle miteinander! Wir sehen uns am Montag.