Dreieinhalb Jahre dauert nun schon die Diskussion um den Dieselmotor an. Und sie hat Spuren hinterlassen an dieser Antriebstechnik, die nach wie vor gebraucht wird. Dabei wundern einen vor allem zwei Dinge: Zum einen, dass die Autoindustrie - namentlich deutsche Hersteller wie VW - bis jetzt alles daran gesetzt hat, dass das Nachrüsten älterer Modelle nicht zustande kommt. Mit günstigen Software-Updates ohne nennenswerte Wirkung versuchten die Produzenten abzulenken. Doch der Geiz im Hinblick auf effektive Hardwarelösungen zeigt seine Wirkung. Weil die Autohersteller nicht die Verantwortung für ihren Betrug am Kunden und an der Gesellschaft übernehmen wollen, sind Dieselfahrzeuge auf Deutschlands Straßen, die die Grenzwerte einhalten, immer noch die Minderheit. Dabei könnte die Dieselkrise längst überwunden sein. Stattdessen gibt es ein anderes Phänomen, das einen nur wundern kann. Nach dem Motto "Wirf Dein Auto weg und kauf' Dir einfach ein neues" soll das Abgasproblem bei den neuwertigen Euro-5-Dieseln gelöst werden. Durch so eine Wegwerfmentalität wird vielleicht die Luft etwas besser. Nachhaltigkeit schaut aber anders aus. Das kommt in der Diskussion leider oft zu kurz.