Einen Falschmünzer hat der CSU-Generalsekretär den Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) genannt. Das war nicht nett, denn Mario Draghi lässt nur echtes Geld drucken, aber halt viel zu viel davon. Das hält auch die Bundesbank nicht für Falschgeld, aber für inflationär, möglicherweise.

Diesseits der großen Geldpolitik stellt sich für den kleinen Geldverbraucher einstweilen die Frage, wieso Draghis neue Fünfer, mit großem Aufwand entwickelt und angeblich fälschungssicher, schon wieder als Blüten im Umlauf sind. Hier immerhin springt die Bundesbank Draghi zur Seite: Die große Welle an gefälschten Fünfern sei nicht zu erwarten.

Klar, denn wer fälscht schon kleine Scheine, wenn er an das große Geld will. Auch Draghis Druckereien würden heißlaufen, wenn er die Geldmenge nur mit Fünfern erhöhen wollte. Dies wiederum wirft die Frage auf, ob die EZB den Krieg gegen die Fälscher nicht an der falschen Front begonnen hat, denn sie hat das gleiche Problem wie die Fälscher: Der neue kleine Schein ist den großen Aufwand nicht wert.

Lohnender wäre ein neuer Fünfziger. Dessen Fälschung würde die Geldmenge erhöhen, was ja die Fälscher ebenso wollen wie Draghi. Und alle wären zufrieden, außer der Bundesbank. Aber vielleicht haben wir die große Geldpolitik nicht verstanden.