Am Dienstag ist Mut gefragt. Mut zu einem textilen Statement. Denn am Dienstag ist Welttag der Jogginghose und der will gebührend begangen sein. Also ruhig offensiv kombinieren, Schlabberlook zum Nadelstreifen, auf Wolke sieben in Ballonseide oder Bäume ausreißen in der Baumwollenen.

Drei Stunden täglich trägt der Durchschnittsdeutsche seine Jogginghose, macht insgesamt grob überschlagen 246 Millionen Stunden am Tag. Wie viele dieser Stunden tatsächlich joggend genutzt werden, ist freilich nicht erfasst. Sicher ist es nur ein Bruchteil, denn die "Jogginghose" ist zur "Faul-auf-der-Couch-Rumfläz-Hose" geworden.

Wehmütig mag da der Sporthistoriker an die Ursprünge denken, als die Jogginghose noch in der Eisenbieger-Szene (!) eingesetzt wurde. Kernige Sportler, die sich an die Grenzen der Materialbelastbarkeit herantesteten. Heute wird vor allem die Hosennaht durch sportliche Leibesfülle getestet. Von daher wäre dem bedingt sinnvollen Aktionstag ein unbedingt sinnvoller Aufruf anzuheften: Zieht die bequemen Hosen an - und geht mal wieder joggen!