Hans-Peter Friedrichs Forderung trifft den Nerv konservativerer CSU-Kreise und steht in der Tradition eines Franz Josef Strauß. Der stelltee einst angesichts einer erstarkenden NPD fest: "Rechts von uns ist nur noch die Wand." Doch nicht erst seit die Union immer mehr zur Mitte strebt, hat sich am rechten Rand ein breiter und ausgefranster Streifen gebildet. Die einen sehen alles Übel in Europa und die AfD als letzte Bastion, andere marschieren von diffusen Ängsten getrieben durch die Straßen.

Manch Konservativer mag sich nach einer Schärfung des Profils seiner Partei sehnen. Doch finden sich dafür wohl keine Rezepte auf Pegida-Demonstrationen. Bestenfalls ließen sich dort Stimmen mit Stammtischparolen fischen. Doch das kann nicht das Ziel sein.

Die Union hat gestaltende Macht und Verantwortung. Sie muss, ohne ihren konservativen Kern aufzugeben, neue Strategien für neue Herausforderungen entwickeln. Sie muss die gesamte Bandbreite ihrer Anhänger hören und ernst nehmen. Vor allem aber muss sie bessere Lösungen als jene anbieten, die die Schuld an fast allem im Ausland oder bei Ausländern suchen.

Denn es geht eben nicht nur darum, alle Protestler einzusammeln und "die rechte Flanke abzudecken", wie es Friedrich formuliert. Viel zielführender ist zum Beispiel Wolfgang Schäubles Forderung, den Sinn und Nutzen von Zuwanderung besser zu erläutern. Das ist sicher mühseliger, als auf populäre Ressentiments zu setzen. Aber zugleich auch einer Volkspartei angemessener.