Gewalt ist nicht hinnehmbar. Gegen niemanden. Und schon gar nicht sexuelle Gewalt gegen Frauen. Erst recht nicht, wenn es wie die schreckliche Vergewaltigung einer jungen Frau in Indien vom überwiegenden Teil der Gesellschaft als gegeben hingenommen wird.

Dass mit Jörg Kachelmann ein Prominenter mit dem Begriff "Opfer-Abo" Frauen pauschal unter den Verdacht stellt, sexuelle Gewalt zu erfinden, ist nicht hinnehmbar. Weil so leicht der Verdacht erweckt werden kann, solche Formulierungen seien, ähnlich wie in Indien, gesellschaftlicher Konsens. Sie sind es nicht. Sie sind es vor allem deshalb nicht, weil nur die wenigstens Frauen eine Vergewaltigung überhaupt anzeigen. Und sie sind es deshalb nicht, weil der Begriff in seiner unbedachten, dummen Verwendung gegen die Menschenwürde der betroffenen Frauen verstößt und ihnen unterschwellig eine Mitschuld unterstellt.

Die Entscheidung der "Unwort-Jury" mag überraschend sein. Sie zeigt aber auch die Macht der Sprache: unbedacht verwendet, entfalten Worte eine ganz eigene Wirkung. Und sie zeugen vom Geist ihres Sprechers.