Man kann von Bayernkönig Ludwig II. halten, was man will. Eines ist unbestritten: Seine damals kostspielige Bautätigkeit erweist sich heute für den Freistaat als Segen. Vor allem als Geldsegen. Die Königsschlösser, allen voran Neuschwanstein, sorgen Jahr für Jahr für Millioneneinnahmen bei der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Touristen aus aller Welt warten vor dem Schloss und zahlen brav ihren Eintritt. Aktuell kostet die Karte für Neuschwanstein 13 Euro.

Richtig Geld bringen nicht allein die Tickets. Neuschwanstein ist eine Marke. Und der Freistaat Bayern besitzt die Rechte daran. Die darf er auch behalten, entschieden gestern die Richter des Europäischen Gerichtshofs. Heißt, für Souvenirs wie Brettspiele oder Porzellantassen kann er weiterhin Lizenzgebühren verlangen.

Sprachgebrauch oder nicht?

Auf derartig lukrative Einnahmen ist seit 20 Jahren auch ein Ehepaar aus Niedersachsen aus. Nicht mit einem Schloss. Der Schlüssel ihres finanziellen Erfolgs liegt in der Marke "Ballermann", die sie sich haben schützen lassen. Nun könnte das Oberlandesgericht München ihnen einen Strich durch die Rechnung machen, falls der Begriff "Ballermann" inzwischen zum Sprachgebrauch gehört. Juristische Spitzfindigkeiten, die den Kini genervt hätten. Der wollte weder Ballermann noch Besucher.