Ein vielzitiertes Bonmot meint: "Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen". Wie wahr. Vor allem auf dem Gebiet der Wirtschaft. Seit Jahren versprechen uns die sogenannten Wirtschaftsexperten Vollbeschäftigung. Allerdings mit geringen Abweichungen, wie schon eine kurze Google-Suche ergibt: mal für 2014, mal für 2015, mal "in einigen Jahren", mal "in zehn Jahren", mal 2025 und auch schon mal für 2030. So genau legt man sich da nicht fest.

Die Arbeitslosenzahl halbieren, so wie jetzt BA-Chef Weise, wollten auch schon einige: Helmut Kohl im Jahr 1996 bis zum Jahr 2000, die Hartz-Kommission im Jahr 2002 bis zum Jahr 2005, oder der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement 2004 bis zum Jahr 2010. Bei Weise sehen wir jetzt immerhin einen Fortschritt: Das Jahr, bis zum dem die Halbierung erreicht sein soll, nennt er vorsichtshalber nicht.

Immerhin waren unsere Arbeitsmarktpolitiker in den vergangenen Jahren nicht untätig. Die Kriterien zur statistischen Erfassung der Arbeitslosen wurden immer wieder geändert. Die Arbeitslosenzahlen sind dadurch tatsächlich kräftig gesunken, die Zahl der Hartz-IV-Empfänger dagegen kaum. Das allerdings schert in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch jemanden angesichts der rosigen Zukunft, die unsere Experten versprechen.

Und wenn alles ganz anders kommt und all die Prognosen dann doch nicht eintreten? Dann können können unsere Experten hinterher ganz genau erklären, warum.