Dann wird gerne nach einem "kurzen Prozess" gerufen. Diese Forderung aber hat, ebenso wie die zur Verhandlung stehenden Mordtaten, ihren Hintergrund in einem finsteren Kapitel der deutschen Geschichte, als Bürgerrechte nichts und staatliche Willkür viel galten.

Niemandem darf der sprichwörtliche kurze Prozess gemacht werden, grundsätzlich nicht und schon gar nicht in diesem Verfahren, das von vornherein belastet ist - auch durch Ungeschicklichkeiten des Gerichts selbst und das vorangegangene Versagen der Sicherheitsbehörden.

Auch, wenn manche Anträge als absurd erscheinen oder gar als das, was in den USA Obstruction of Justice, also Behinderung der Justiz heißt: Die Verteidiger haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, alle juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen für ihren Mandanten, unabhängig von dessen Schuld.

In der Sache werden die Anwälte von Beate Zschäpe wenig tun können für ihre Mandantin. Um so mehr setzen sie auf ein langwieriges juristisches Geplänkel. Das ist eine harte Geduldsprobe vor allem für die Angehörigen der Mordopfer, aber es ist der Preis eines rechtsstaatlichen Verfahrens.