So beichtete Lagerfeld dem Magazin "ZEITmann", seit 1967 nicht mehr ohne Brille aus dem Haus gegangen zu sein. Der Meister des schönen Scheins ist nämlich leicht kurzsichtig. Aber dies ist nicht der eigentliche Grund für seinen Hang zur (getönten) Sehhilfe. Vielmehr ist der Modeschöpfer von den mechanischen Schutzqualitäten der Brille angetan, da das Gestell sogar fliegende Trinkgefäße auf Abstand halten kann. Ein Nebenbuhler hatte in einem Nachtclub mit einem Glas nach ihm geworfen und Lagerfeld am Kopf getroffen.

Diese prägende Erfahrung aus den wilden 60ern wirkt bis heute. Hätte jenes Glas den "Karl" am Auge verletzt, wäre ganz sicher eine Augenklappe zu seinem Markenzeichen geworden. So wie einst bei Mosche Dajan, dem früheren israelischen Außenminister. Ob Lagerfeld dann aber auch Mode für Piraten entworfen hätte, bleibt Spekulation.